Deutscher Gewerkschaftsbund

28.08.2018
Frühkindliche Bildung

"Wir brauchen ein Gute-Kita-Gesetz"

Zu viele Kinder pro Betreuer, keine einheitlichen Standards: Obwohl sich die Qualität der Kitas in den letzten Jahren verbessert hat, gibt es immer noch gravierende Unterschiede, vor allem zwischen Ost- und Westdeutschland. "Besorgniserregend ist auch, dass der Kita-Ausbau seit zwei Jahren stagniert", kritisiert DGB-Vize Elke Hannack.

Kleines Mädchen an einer Schaukel

DGB/famveldman/123rf.com

Wie gut eine Kita ist hängt stark davon ab, wieviele Kinder ein Erzieher oder eine Erzieherin betreut. Im bundesweiten Durchschnitt kommen auf jede pädagogische Fachkraft 9,1 Kindergartenkinder. Doch beim Personalschlüssel gibt es große Unterschiede zwischen den Bundesländern, nach wie vor besteht eine tiefe Kluft zwischen Ost und West. Das zeigt der neue "Ländermonitor frühkindliche Bildungssysteme" der Bertelsmann Stiftung.

Damit die Qualität der Kinderbetreuung nicht länger vom Wohnort abhängt, fordert die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack verbindliche Regelungen durch die Politik.

Einheitliche Standards schaffen

„Wir brauchen ein „Gute-Kita-Gesetz“ mit dauerhafter finanzieller Beteiligung des Bundes", so Hannack. "Sollte die Bundesregierung bei Dauer und Art der Finanzierung nicht deutlich nachbessern, droht das lang erwartete und bildungs- und familienpolitisch wichtige „Gute-Kita-Gesetz“ zu scheitern. Für die Familien in Deutschland wäre das ein verheerendes Zeichen.

Zwar ist erfreulich, dass sich die Qualität in den Kitas verbessert hat, es gibt aber im Ost-West-Vergleich immer noch gravierende Qualitätsunterschiede. In den ostdeutschen Ländern betreut eine Fachkraft noch immer zu viele Kinder. Auch in Großstädten ist dies zu beobachten. Die Verbesserung des Personalschlüssels bleibt eine zentrale Herausforderung. Wir brauchen dafür einheitliche und verbindliche Qualitätsstandards.

Kita-Ausbau unterstützen

Besorgniserregend ist, dass der Kita-Ausbau seit zwei Jahren stagniert: Für Eltern, die händeringend einen Betreuungsplatz für ihr Kind suchen, eine schlechte Entwicklung. Umso dringender ist es, dass das Kita-Gesetz jetzt kommt und der Bund die Länder dauerhaft und verlässlich beim Ausbau der Kindertagesbetreuung unterstützt. Die Kita-Finanzierung durch den Bund soll laut Referentenentwurf 2023 enden. Es ist kaum zu erwarten, dass die Länder den weiteren Ausbau ohne dauerhafte Unterstützung des Bundes stemmen können. Auch muss der Bund die ohnehin schon knappen Mittel direkt und zweckgebunden in die Kinderbetreuung investieren und nicht, wie nun geplant, über die Umsatzsteuer an die Länder verteilen.

Dieser Weg spült zwar mehr Geld in die Landeskassen, aber nicht gleichsam auch in die Kitas. Der DGB lehnt das ineffektive Gießkannenprinzip ab und fordert die Bundesregierung auf, die Gelder nach dem jeweiligen Bedarf der Länder in der frühkindlichen Bildung und Betreuung zu vergeben.“


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