Die gesetzliche Krankenversicherung steckt in der Krise. Regionale Gesundheitszentren könnten die Versorgung verbessern und Kosten senken.
Sie sitzen seit Stunden krank im Wartezimmer. Während Sie den Termin beim Hausarzt relativ schnell bekommen haben, müssen Sie auf den Facharzttermin Monate warten. Der Facharzt schickt Sie zur Untersuchung ins Krankenhaus, danach geht es zurück zum Hausarzt. Jeder erzählt Ihnen etwas anderes, keiner weiß vom anderen, was dort gemacht wurde.
Das deutsche Gesundheitssystem krankt, und die Symptome sind teuer. Bei steigenden Kosten hinkt die Qualität hinterher. Die gesetzliche Krankenversicherung steckt in der Krise, während Private-Equity-Firmen Arztpraxen aufkaufen und Renditen maximieren. Die Folge? Hohe Zusatzbeiträge, lange Wartezeiten und Versorgung als Zwei-Klassen-Medizin.
Das deutsche Krankenkassensystem braucht dringend eine Reform
Dabei könnte es allen gut gehen – mit Reformen, die Versorgung verbessern und Kosten senken. Bei europäischen Nachbarn längst bewährt: Regionale Gesundheitszentren, in denen Hausärzte, Fachärzte, Therapeuten unter einem Dach zusammenarbeiten. Aufgaben sind nicht länger abgegrenzt, sondern miteinander verzahnt, ohne Doppelstrukturen. Diese Zentren gehören in öffentliche Hand oder den Krankenkassen – ohne Investoren, die Profit aus Ihrer Gesundheit schlagen.
Das spart Geld: Wo Ärzte zusammenarbeiten, werden viele Krankheiten gar nicht erst chronisch und Krankenhausaufenthalte können abgewendet werden. Wenn nicht nach Anzahl der Fälle, sondern nach Qualität der Behandlung bezahlt wird, reduziert das überflüssige Untersuchungen. Und wenn dann auch noch die Vermögenden ihren Teil beitragen, stabilisiert das die GKV.
Gesundheitsversorgung muss sich am Menschen orientieren und nicht an Abrechnungsfragen. Zur Sanierung des Gesundheitssystems braucht es keine Praxisgebühren und keine unbezahlten Krankheitstage.
Die Bundesregierung muss die gesetzlichen Krankenkassen unterstützen
Gesundheit ist nicht Ware, sondern Grundrecht. Die Bundesregierung muss die GKV stärken, mit Zuschüssen statt Darlehen. Der Griff in die Beitragskassen zugunsten des Bundeshaushalts muss aufhören. Echte Reformen statt Herumdokterei – für kürzere Wartezeiten, bessere Behandlungen und ein solidarisches Gesundheitssystem.
Stellen Sie sich vor, Ihr Gesundheitszentrum liegt vor der Tür: Die Sprechstundenhilfe dort kennt Sie, Ihr Hausarzt auch, und zur Physiotherapie gehen Sie einfach eine Tür weiter. Alle Befunde liegen vor, alle tun ihr Möglichstes, dass Sie gesund werden. Klingt utopisch? Ist aber machbar – wenn die Politik endlich handelt.