Elke Hannack, stellvertretende DGB-Vorsitzende:
"Dass die Bundesregierung die im Koalitionsvertrag vereinbarte BAföG-Novelle anscheinend nicht wie geplant zum 1. August umsetzt, sondern mindestens um ein Semester verschiebt, ist völlig inakzeptabel. Wirtschaftswachstum resultiert nicht aus Sparmaßnahmen, sondern klugen Zukunftsinvestitionen. Deutschland ist ein rohstoffarmes Land, dessen Wirtschaftskraft von bestens qualifizierten Beschäftigten abhängt. Das BAföG ist das zentrale Instrument, um Aufstiegschancen zu sichern, Bildungsreserven zu heben und so die dringend gesuchten Fachkräfte von morgen zu fördern.
Viele junge Menschen starten jetzt in eine schulische oder berufliche Ausbildung oder ein Studium und sind dabei auf Förderung angewiesen. Anstatt sie zu verunsichern, sollte die Bafög-Novelle wie geplant auf den Weg gebracht werden. Das richtige Signal wäre, sie vollständig zum Schuljahresstart im August bzw. zum Wintersemester 2026/27 in Kraft treten zu lassen.
Die explodierenden Mietkosten und die hohe Inflation sind für die jungen Menschen jetzt schon kaum zu stemmen. Es braucht endlich einen Aufbruch für Bildung und soziale Gerechtigkeit in diesem Land."