Elterngeldreform: Ein Schritt vor, zwei Schritte zurück
Zu den Elterngeldplänen von Bundesbildungsministerin Karin Prien ein Statement von Elke Hannack, stellvertretende DGB-Vorsitzende:
"Ein verbindlicher Elterngeldmonat mehr für Väter – das war’s aber auch schon mit den positiven Nachrichten zu den Elterngeldplänen der Bundesregierung. Denn der Rest ist gleichstellungspolitisch ein Rückschritt: Nur noch 12 statt bisher 14 Monate soll es Elterngeld geben: Drei für jedes Elternteil, sechs zur freien Aufteilung. So wird das nichts mit mehr Partnerschaftlichkeit in der Familie.
Um faire Verteilung von Sorgearbeit zwischen Frauen und Männern zu fördern, muss es mehr finanzielle Anreize geben, wie sie im Koalitionsvertrag auch versprochen wurden. Für Väter sind zu hohe Einkommenseinbußen häufig der ausschlaggebende Grund dafür, dass sie kein Elterngeld beziehen. Zudem kann mit einer Erhöhung des Mindestbetrags auf 330 und des Höchstbetrags auf 1.900 Euro von ‘spürbarer Anhebung’, wie es im Koalitionsvertrag heißt, keine Rede sein. Das berücksichtigt noch nicht einmal die inflationsbedingten Verluste der vergangenen Jahre. Dabei wäre die Anpassung des Höchst- und Mindestbetrags des Elterngeldes an die Preisentwicklung konsequente Familienförderung."