Krankschreibung ab Tag eins beim Arzt: Überlastung vorprogrammiert

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Dachzeile Anja Piel, DGB-Vorstandsmitglied

Mit Blick auf die geplante Abschaffung der telefonischen Krankschreibung und die Einführung der Vorlagepflicht einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ab dem ersten Tag, hier ein Statement von Anja Piel, DGB-Vorstandsmitglied:

"Wohin will die Koalition mit der Abschaffung der telefonischen Krankschreibung bei gleichzeitiger Pflicht zur Vorlage einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ab Tag eins? Die Kombination beider Maßnahmen führt direkt in die Überlastung aller Arztpraxen im Land. Glücklich, wer krank ist und unter einen Tarifvertrag fällt, der das anders regelt. Dies ist aber nicht einmal die Hälfte der Beschäftigten. 

Die Pflicht sich krank ab dem ersten Tag beim Arzt vorzustellen, fußt auf dem tiefen Misstrauen gegenüber kranken Arbeitnehmern. Das befördert zwangsläufig mehr Präsentismus, also die Arbeit trotz Erkrankung, mit allen negativen Folgen: weniger Produktivität und mehr chronische Erkrankungen. Die Koalition erweist damit sich, den Beschäftigten und den Arbeitgebern einen Bärendienst. Und es ist ein Tritt vors Schienbein der niedergelassenen Ärzte mit ihren Praxisteams.

Die Termingarantie Fachärzte ist zudem das Papier nicht wert, auf dem sie geschrieben steht. Schon heute bekommen trotz Terminservicestelle und trotz Hausarzt-Überweisung gesetzlich Krankenversicherte über Monate keinen Termin. 

Die teure Alternative: Patient*innen landen verzweifelt in den Notaufnahmen der Krankenhäuser. Es ist unehrlich, so zu tun, als ob ein Primärarztsystem hieran etwas ändert. Fakt ist: die Lage für kranke Beschäftigte wird schlechter."

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