Statement des DGB Bonn/Rhein-Sieg zur Situation an der Nordbrücke

Datum

Die aktuelle Situation rund um die Nordbrücke stellt Beschäftigte, Auszubildende, Schüler*innen sowie viele Betriebe vor erhebliche Herausforderungen. Für den DGB steht dabei im Vordergrund, dass Arbeits- und Schulwege auch in den kommenden Monaten zuverlässig und sicher erreichbar bleiben.

Jetzt ist gemeinsames Handeln gefragt: Kommunen, Verkehrsunternehmen, Arbeitgebende und Politik müssen an einem Strang ziehen, um die Belastungen für die Menschen in der Region so gering wie möglich zu halten. Dabei ist für uns klar: Bonn darf die Belastung nicht alleine tragen, Bund und Land sind gefragt. Dabei kommt es auch auf Kompensationen für die entstehenden Folgekosten wie beispielsweise durch Shuttleservices, den kostenlosen ÖPNV oder das zusätzliche Park-and-Ride-Angebot an.

Dabei darf kein Verkehrsträger gegen einen anderen ausgespielt werden. Die Bewältigung der Verkehrssituation kann nur gelingen, wenn alle verfügbaren Alternativen gestärkt werden. Dazu gehören ein leistungsfähiger ÖPNV, attraktive Angebote für den Radverkehr sowie die stärkere Nutzung des Rheins als Wasserstraße für Logistik und Transport. Nur durch das Zusammenspiel aller Verkehrsträger kann die Region die Belastungen der Nordbrücken-Situation bewältigen.

Die Kapazitäten bei Leihrädern sollten kurzfristig ausgeweitet werden, um zusätzliche Umstiegsangebote zu schaffen.

Wer Menschen zum Umstieg auf Bus, Bahn oder Fahrrad bewegen möchte, muss zugleich die notwendigen Voraussetzungen schaffen. Deshalb müssen die Sparvorgaben der Stadt Bonn für den ÖPNV ausgesetzt werden. Gerade jetzt braucht es zusätzliche Angebote, verlässliche Taktungen und ausreichende Kapazitäten, um Pendler*innen eine echte Alternative zum Pkw zu bieten.

Gleichzeitig sind die Arbeitgebenden gefordert. Überall dort, wo es organisatorisch möglich ist, sollten Büroarbeitsplätze vorübergehend ins Homeoffice verlagert werden. Dies kann einen wichtigen Beitrag zur Entlastung der Verkehrswege leisten.

Ebenso müssen Lieferverkehre sowie die Erreichbarkeit für Handwerksbetriebe sichergestellt werden. Viele Beschäftigte sind auf funktionierende Warenströme und Dienstleistungsverkehre angewiesen. Hier braucht es praktikable Lösungen, damit Wirtschaft und öffentliche Daseinsvorsorge handlungsfähig bleiben.

Die aktuelle Situation macht deutlich, wie wichtig eine leistungsfähige öffentliche Infrastruktur für Beschäftigte und Wirtschaft ist. Deshalb erwarten wir, dass alle zuständigen Stellen den Neubau der Nordbrücke mit höchster Priorität behandeln. Die Menschen in der Region dürfen nicht jahrelang die Folgen langwieriger Planungs- und Genehmigungsverfahren tragen. Jetzt braucht es schnelle Entscheidungen und eine zügige Umsetzung.

Die Bewältigung der Nordbrücken-Situation ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Entscheidend ist jetzt, pragmatische Lösungen umzusetzen und die Interessen von Beschäftigten, Betrieben und Bürger*innen gleichermaßen im Blick zu behalten. Nur so kann die Region die bevorstehenden Herausforderungen erfolgreich meistern.

zurück