Bundesweite Aktionstage für einen Mietenstopp
Vom 3. bis 5. Juli finden bundesweit Aktionstage für einen Mietenstopp statt. Auch in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis beteiligt sich der Deutsche Gewerkschaftsbund an den Aktionstagen und fordert einen sofortigen sechsjährigen Mietenstopp.
„Wohnen darf kein Luxus sein – doch genau das wird es in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis zunehmend", sagte Rainer Bohnet, stellvertretender Kreisvorsitzender des DGB Bonn/Rhein-Sieg: „Die Mieten steigen rasant, während Löhne und Renten kaum hinterherkommen. Energiepreis-Schocks und Inflation verschärfen die Lage für viele Menschen zusätzlich. Die Bundesregierung hat die Chance verpasst, den Mieterinnen mit einem sechsjährigen Mietenstopp Luft zum Atmen zu verschaffen."
Die Zahlen unterstreichen den Ernst der Lage: In den vergangenen zehn Jahren sind die Angebotsmieten in Bonn um 49,5 Prozent gestiegen. Im Jahr 2016 lag der Quadratmeterpreis noch bei 9,03 Euro, Anfang 2026 bereits bei 13,50 Euro. In Siegburg zeichnet sich ein ähnliches Bild ab, dort sind die Angebotsmieten in den letzten zehn Jahren um 52,3 Prozent gestiegen, von 7,88 Euro auf 12,00 Euro je Quadratmeter. In Lohmar stiegen die Preise im gleichen Zeitraum sogar um 68 Prozent und in Eitorf um 77,6 Prozent. „Wenn das so weitergeht, verlieren immer mehr Menschen ihr Zuhause oder werden aus ihren Vierteln verdrängt", betonte Steffi Büttgen, Vorsitzende des DGB Bonn/Rhein-Sieg.
Ein Mietenstopp allein reicht jedoch nicht aus. Die Kampagne „Mietenstopp“ fordert darüber hinaus:
- einen massiven Ausbau von öffentlichem und sozialem Wohnungsbau,
- die Umsetzung einer neuen Wohnungsgemeinnützigkeit, bei der Unternehmen dauerhaft günstig vermieten und im Gegenzug steuerlich entlastet werden,
- eine wirksame Mietpreisbremse sowie die Ahndung von Mietwucher,
- eine klare Verpflichtung von Kommunen, beim Neubau das Gemeinwohl in den Mittelpunkt zu stellen.
„Wohnen ist ein Grundrecht – keine Ware. Es ist höchste Zeit, dass Bund, Länder und Kommunen wieder Verantwortung übernehmen und preisgünstigen Wohnraum selbst schaffen und sichern", sagte Rainer Bohnet.
Quelle: Die verwendeten Daten zur Mietpreisentwicklung stammen aus der empirica Preisdatenbank (VALUE Marktdaten) und bilden Angebotsmieten im Median ab – sie spiegeln die aktuelle Marktdynamik direkter wider als die Bestandsmieten.
Weitere Informationen zur Kampagne „Mietenstopp" unter: www.mietenstopp.de