DGB-Stadtverband Mönchengladbach: Produktionsaus bei Trützschler ist ein Alarmsignal für den Industriestandort

Datum

Ordnungsnummer PM 06

Der DGB-Stadtverband Mönchengladbach sieht die Einstellung der Produktion bei Trützschler mit großer Sorge. Trützschler baut als Traditionsunternehmen Maschinen, Anlagen und Zubehör für die Spinnereivorbereitung und die Chemiefaserindustrie. Das Unternehmen, welches weltweit agiert, hat mit mehr als 500 Arbeitsplätzen seinen Stammsitz in Odenkirchen. Gerade die Textilbranche ist besonders von der Globalisierung und der Energiekrise getroffen. Der Verlust weiterer Industriearbeitsplätze ist ein schwerer Schlag für die Beschäftigten, ihre Familien und den Wirtschaftsstandort Mönchengladbach. 

 

„Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben über viele Jahre mit ihrem Engagement und ihrer Kompetenz zum Erfolg des Unternehmens beigetragen. Sie dürfen jetzt nicht die Leidtragenden unternehmerischer Entscheidungen sein“, erklärt der DGB-Stadtverband Mönchengladbach. Der Stadtverband erwartet, dass die laufenden Verhandlungen zu einem sozialverträglichen Sozialplan führen und den betroffenen Beschäftigten Perspektiven durch Qualifizierung und Vermittlung eröffnet werden. 

 

Ein besonderes Augenmerk gilt den Auszubildenden. Ihre Ausbildung muss uneingeschränkt gesichert werden. Junge Menschen, die sich bewusst für eine Ausbildung bei Trützschler entschieden haben, dürfen nicht zu den Verlierern der aktuellen Entwicklung werden. Es müssen gemeinsam mit den Sozialpartnern, der Agentur für Arbeit und den Kammern Lösungen gefunden werden, damit alle Auszubildenden ihre Ausbildung erfolgreich abschließen und weiterhin eine berufliche Perspektive in der Region erhalten können. 

 

Die angekündigte Produktionsaufgabe ist nach Auffassung des DGB ein weiteres Warnsignal für den Industriestandort Mönchengladbach. Die Politik ist gefordert, den Industriestandort Nordrhein-Westfalen gezielt zu stärken. „Die Entwicklung bei Trützschler zeigt, dass wir dringend mehr Unterstützung für die Industrie und den Erhalt guter, tarifgebundener Arbeitsplätze brauchen. Gute Industriearbeitsplätze sind die Grundlage für Wohlstand, Innovation und eine leistungsfähige Region. Jeder verlorene Arbeitsplatz schwächt nicht nur die Kaufkraft vor Ort, sondern trifft auch Zulieferbetriebe, Handwerk, Dienstleister und den gesamten Wirtschaftsstandort“, macht Patrick Stock, DGB-Stadtverbandsvorsitzender, deutlich.

 

Der Strukturwandel kann nur gelingen, wenn Forschung, Qualifizierung und industrielle Praxis eng miteinander verzahnt werden. Mit dem Fachbereich Textil und Bekleidung verfügt die Hochschule Niederrhein über einen der größten textilen Hochschulstandorte Europas. Das Transformationsprojekt „Textilfabrik 7.0“ zeigt, wie innovative und wettbewerbsfähige Industrieproduktion der Zukunft entwickelt werden kann. Der DGB sieht darin eine große Chance für den Industriestandort Mönchengladbach. Die vorhandenen Kompetenzen der Hochschule müssen jetzt gemeinsam mit Unternehmen, Gewerkschaften und Politik genutzt werden, um Innovationen in die betriebliche Praxis zu übertragen, Fachkräfte zu sichern und neue Perspektiven für industrielle Beschäftigung in der Region zu schaffen.

 

Der DGB-Stadtverband Mönchengladbach steht solidarisch an der Seite der Beschäftigten und ihrer Interessenvertretungen.

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