Pressemitteilung zum Tag des öffentlichen Dienstes am 23. Juni

Datum

DGB Hagen besorgt um den öffentlichen Dienst

 

Zum internationalen Tag des öffentlichen Dienstes am 23. Juni erklärt Adrian Joseph, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Hagen:

 

„Es ist Zeit, den Menschen Danke zu sagen, die in unserer Stadt im öffentlichen Dienst arbeiten und den Laden am Laufen halten. Die Kolleg*innen im öffentlichen Dienst leisten mit ihrer Arbeit einen unverzichtbaren Beitrag für Gemeinwohl, Demokratie, Sicherheit, soziale Teilhabe und Klimaschutz. Sie betreuen und unterrichten unsere Kinder in Kitas und Schulen, sie halten unsere Stadtteile sauber und bringen uns mit Bus oder Bahn sicher ans Ziel. Im Notfall riskieren die Kolleg*innen von Polizei und Feuerwehr ihr Leben, um unser Leben zu schützen. Und ohne die Mitarbeiter*innen in den Genehmigungsbehörden, in der Justiz oder bei den Finanz- und Jugendämtern ginge nichts voran.

 

Aber: Die Kolleginnen und Kollegen stemmen jeden Tag mehr Aufgaben mit immer weniger Personal. Der demografische Wandel verschärft die Situation zusätzlich: In den kommenden Jahren werden viele Beschäftigte in den Ruhestand gehen, während schon heute bundesweit rund 600.000 Fachkräfte fehlen. Wer einen handlungsfähigen Staat will, muss deshalb konsequent in den öffentlichen Dienst investieren.

 

Besonders in den Kommunen spitzt sich die Lage weiter zu. Große Haushaltsdefizite erschweren die Besetzung dringend benötigter Stellen oder verhindern sie ganz. Die Folgen tragen die Beschäftigten: Zusätzliche Arbeit wird auf immer weniger Schultern verteilt, Überstunden nehmen zu und Urlaub wird verschoben. Gleichzeitig belasten angesammelte Urlaubs- und Überstundenrückstellungen die kommunalen Haushalte, wodurch der finanzielle Druck weiter wächst. Es entsteht ein Teufelskreis aus Personalmangel, steigender Arbeitsbelastung und fehlenden Investitionen in die Beschäftigten – zulasten der Kolleginnen und Kollegen ebenso wie der Bürgerinnen und Bürger, die auf leistungsfähige öffentliche Dienstleistungen angewiesen sind.

 

Für den DGB Hagen ist klar: Der Fachkräftemangel lässt sich nicht von heute auf morgen lösen. Umso wichtiger ist es daher, jetzt die Weichen zu stellen. Der öffentliche Dienst muss als Arbeitgeber attraktiver werden. Leider bewegt sich die Landesregierung in NRW bei diesem Thema kaum. Dabei liegen unsere Vorschläge lange auf dem Tisch: Zum Beispiel muss die überlange Wochenarbeitszeit von Beamt*innen zurückgefahren, für eine angemessene attraktive Bezahlung gesorgt, das Zulagenwesen für besonders belastende Tätigkeiten modernisiert und Aufstiegschancen für die Beschäftigten verbessert werden. Nur so wird es gelingen, dass das vorhandene Personal gesund und motiviert bleibt und mehr Nachwuchs- und Fachkräfte gewonnen werden.“


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