Rentenreport des DGB Bonn/Rhein-Sieg: Renten in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis oft zu gering für ein gutes Leben
Deshalb: Gesetzliche Rente stärken, Betriebsrente verpflichtend einführen, Renteneintrittsalter nicht erhöhen
Die gesetzliche Rente reicht für viele Menschen in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis nicht aus, um ihren Lebensstandard im Alter zu sichern. Mit Blick auf den aktuellen Rentenreport des DGB NRW macht der DGB Bonn/Rhein-Sieg deutlich: Besonders Frauen, Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen und Beschäftigte im Niedriglohnsektor sind von niedrigen Renten betroffen und von Altersarmut bedroht.
„Gerade in Bonn mit seinen hohen Mieten und Lebenshaltungskosten wird es für viele Rentnerinnen und Rentner immer schwieriger, mit der gesetzlichen Rente über die Runden zu kommen. Wer keine zusätzliche Betriebsrente hat, kein Wohneigentum besitzt oder die Lebenshaltungskosten nicht mit einer Partnerin oder einem Partner teilen kann, gerät schnell in finanzielle Schwierigkeiten“, erklärt Steffi Büttgen, Vorsitzende des DGB Bonn/Rhein-Sieg.
Die aktuellen Zahlen der Deutschen Rentenversicherung zeigen deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Männer, die 2024 in Bonn erstmals eine Altersrente bezogen, erhielten durchschnittlich 1.192,76 Euro, Frauen dagegen lediglich 997,58 Euro. Im Rhein-Sieg-Kreis lagen die durchschnittlichen Altersrenten bei 1.380,57 Euro für Männer und 1.001,59 Euro für Frauen.
„Diese Zahlen machen deutlich, dass sich ungleiche Einkommen, Teilzeitbeschäftigung und unterbrochene Erwerbsbiografien bis ins Rentenalter fortsetzen – das sehen wir vor allem beim deutlich niedrigeren Niveau für Frauen. Deshalb brauchen wir gute Löhne, mehr Tarifbindung und eine Stabilisierung des Rentenniveaus. Wer heute den Sozialstaat schwächt oder Tarifbindung abbaut, sorgt für die Altersarmut von morgen“, so Büttgen.
Die Zahlen zeigen außerdem, dass viele Menschen das gesetzliche Renteneintrittsalter aus gesundheitlichen Gründen gar nicht erreichen. Deshalb lehnt der DGB die Pläne das Renteneintrittsalter weiter anzuheben entschieden ab.
„Eine Erhöhung des Rentenalters löst kein einziges Problem. Viele Beschäftigte schaffen es schon heute körperlich oder psychisch nicht bis zur Regelaltersgrenze. Wer das Renteneintrittsalter weiter anhebt, kürzt für viele Menschen faktisch die Rente. Stattdessen brauchen wir eine starke gesetzliche Rente, eine verpflichtende Betriebsrente für alle sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, an deren Finanzierung sich die Arbeitgeber beteiligen, und eine Ausweitung des Versichertenkreises auf Selbstständige, Abgeordnete und Minijobberinnen und Minijobber“, erklärt Rainer Bohnet, Vorsitzender des DGB Bonn/Rhein-Sieg.
Positiv bewertet der DGB die Vorschläge, das Rentenniveau dauerhaft zu stabilisieren und mehr Menschen in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen. Wer arbeitet, müsse vom ersten Euro an Ansprüche für eine gute Rente erwerben können.
Hintergrund:
Die im Report zusammengestellten Zahlen stammen von der Deutschen Rentenversicherung und beziehen sich auf das Jahr 2024. Den kompletten Rentenreport des DGB NRW können Sie hier einsehen: Rentenreport | DGB Nordrhein Westfalen