Strukturwandel im Rheinischen Revier hat Einfluss auf künftiges Rentenniveau

DGB-Rentenreport macht regionale Unterschiede deutlich

Datum

Ordnungsnummer 26

Die gesetzliche Rente reicht für viele Menschen in Nordrhein-Westfalen nicht aus, um ihren Lebensstandard im Alter zu sichern.
In einem Rentenreport hat der DGB NRW die aktuellsten verfügbaren Zahlen rund um die gesetzliche Rente zusammengestellt. Er gibt somit eine fundierte Bestandsaufnahme und macht deutliche regionale Unterschiede sichtbar. 

Die durchschnittliche Rente bei den Frauen in NRW lag 2024 bei rund 936 Euro. 
Frauen im Rhein-Erft-Kreis erhielten 2024 eine durchschnittliche Altersrente von rund 965 Euro. Im benachbarten Rhein-Sieg-Kreis waren es rund 1.002 Euro.

Die Männer im Kreisgebiet hingegen, erhielten 2024 den NRW-Spitzenwert von rund 1.591 Euro. Hier liegt der Mittelwert bei 1.399 Euro. Thomas Nienhaus, Vorsitzender des DGB im Rhein-Erft-Kreis kommentiert die Zahl so: „Grundsätzlich kann man sagen: In stark industriell geprägten Regionen, wie hier bei uns, sind die Renten für Männer dank starker Tarifverträge und guter Einkommen aktuell noch vergleichsweise hoch.“ Sein Stellvertreter, Hans Schnäpp, ergänzt: „Durch die unterschiedlichen Erwerbsbiografien und das sehr lange verbreitete klassische Zuverdienermodell mit Kindererziehung, sind die Renten der Frauen hier wiederum besonders niedrig.“

Für die beiden Gewerkschafter gilt es mit Blick auf den Strukturwandel und die Zukunft für das Rheinische Revier die richtigen Weichen zu stellen, damit die Menschen hier weiterhin gute Arbeitsplätze in tarifgebundenen Unternehmen haben, gute Löhne bekommen, um später im Alter gut abgesichert zu sein. Die wegfallenden Arbeitsplätze durch den Braunkohleausstieg in Industrie und Dienstleistung müssen kompensiert werden. „Der Strukturwandel muss zudem geschlechtergerecht gestaltet werden, um die Lücke bei den Löhnen, Gehältern und späteren Renten zwischen Männern und Frauen weiter zu verringern und zu schließen“, so Thomas Nienhaus.

Kritisch sieht der DGB-Kreisverband Rhein-Erft die Pläne der Rentenkommission für eine stärkere kapitalgedeckte Altersvorsorge. Das Ziel, das Rentenniveau zu stabilisieren sei richtig. Aber statt riskanter Börsenmodelle braucht es eine verpflichtende Betriebsrente für alle sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die von den Arbeitgebern mindestens mitfinanziert werde.

Positiv bewertet der DGB den Vorschlag der Kommission, dass mit Selbstständigen und Abgeordneten mehr Menschen in die gesetzliche Rente einzahlen sollen. „Und auch Minijobs verpflichtend mit in die Rentenversicherung einzubeziehen, unterstützen wir ausdrücklich: Wer arbeitet, muss vom ersten Euro an in die Rentenkasse einzahlen und dann auch im Alter davon leben können“, sagt Hans Schnäpp.

Hintergrund:

Die im Report zusammengestellten Zahlen stammen von der Deutschen Rentenversicherung und beziehen sich auf das Jahr 2024. Den kompletten Rentenreport des DGB NRW können Sie hier einsehen: Rentenreport | DGB Nordrhein Westfalen

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