Bayern droht „Milch-Blackout" – NGG kündigt massive Warnstreiks an
Der Tarifstreit in der bayerischen Milchwirtschaft eskaliert. Die Gewerkschaft NGG kündigt flächendeckende Warnstreiks in Molkereien und Käsereien an. Betroffen sind rund 19.000 Beschäftigte.
Arbeitgeber ziehen Angebot zurück
Der Auslöser ist ein beispielloser Vorgang: In der 3. Verhandlungsrunde hat der Arbeitgeberverband der bayerischen Ernährungswirtschaft sein bisheriges Angebot zurückgezogen, darunter die bereits zugesagten 2 Entlastungstage. NGG-Landesvorsitzender Mustafa Öz spricht von einer “unglaublichen Provokation” und einem “Schlag ins Gesicht” der Beschäftigten.
Was die NGG fordert
Die Gewerkschaft verlangt ein Lohnplus von 4,1 Prozent für 1 Jahr, 80 Euro mehr pro Monat für Azubis sowie 5 zusätzliche Arbeitstage zur flexiblen Nutzung. Die Arbeitgeber bieten laut NGG zuletzt lediglich 2,1 Prozent für 13 Monate.
Beschäftigte arbeiten mehr, verdienen weniger
Die Milchmengen in Bayern steigen, die Belegschaften bleiben gleich oder schrumpfen. Die Beschäftigten arbeiten im 24-Stunden-Schichtsystem, die Arbeitszeitkonten sind laut NGG “randvoll”. Dabei liegt der Lohnkostenanteil in der bayerischen Milchwirtschaft im Schnitt bei nur 7 Prozent – in anderen Branchen der Ernährungsindustrie ist er teilweise doppelt so hoch.
NGG zieht die Zügel an
Nach bereits 20 Warnstreiks ohne Reaktion der Arbeitgeber kündigt die NGG nun ausgeweitete, flächendeckende Streiks an. “Es wird der heftigste Milch-Warnstreik werden, den Bayern bislang erlebt hat”, so Öz. Die Produktion soll solange ruhen, bis die Arbeitgeber mit einem tragfähigen Angebot zurückkehren.