Bundesweite Arbeitskampfmaßnahmen am Donnerstag und Freitag

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Die Gewerkschaft ver.di hat in dieser Woche erneut bundesweit zu Streiks im Einzelhandel sowie Groß- und Außenhandel aufgerufen. Betroffen waren am Donnerstag und Freitag Betriebe und Unternehmen der gesamten Handelsbranche in allen Bundesländern. Erwartet werden Tausende Teilnehmende. Neben zahlreichen dezentralen Aktionen finden große Streikkundgebungen in Kiel, Erfurt, Berlin, Bochum und Saarbrücken statt. ver.di-Vorstandsmitglied Silke Zimmer wird am Donnerstag, 4. Juni 2026, in Kiel zu den Streikenden sprechen und am Freitag, 5. Juni 2026, in Erfurt.

Gewerkschaft kritisiert Arbeitgeberangebot scharf

Die Tarifrunde im Handel für mehr als 5 Millionen Beschäftigte ist aus Sicht der Gewerkschaft mit einem Eklat durch die Arbeitgeberseite gestartet. Geboten wurden minimale Entgelterhöhungen, deutlich unter der aktuellen Inflation. "Das bedeutet Kaufkraftverlust mit Ansage", erklärte ver.di-Vorständin Silke Zimmer. Mit den nun ausgeweiteten Streiks würden Arbeitgeber aufgefordert, endlich ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen. 

Viele Beschäftigte können Lebensunterhalt kaum bestreiten

Viele Handelsbeschäftigte, oft Frauen, oft unfreiwillig nur in Teilzeit, könnten trotz hartem Job mit ungünstigen Arbeitszeiten ihren Lebensunterhalt kaum bestreiten. Die reale Kaufkraft im Handel liege immer noch unter dem Niveau von 2020, rechnet Silke Zimmer vor.

ver.di fordert 7 Prozent mehr Lohn

Die Gewerkschaft fordert, unterschiedlich akzentuiert in den bundesweit 16 Tarifgebieten des Einzelhandels und den 20 Tarifgebieten im Groß- und Außenhandel, eine Entgelterhöhung von 7 Prozent, mindestens aber 225 Euro monatlich mehr, bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Die Arbeitgeber schlugen im Groß- und Außenhandel eine Entgelterhöhung beginnend ab dem Monat nach Tarifabschluss von insgesamt 3,4 Prozent vor, allerdings mit einer doppelt so langen Laufzeit, was den Zuwachs halbiert. Im Einzelhandel sieht das Angebot der Arbeitgeber erst nach 6 Monaten ohne jede Steigerung eine Entgelterhöhung von 2 Prozent vor, im ersten Jahr also faktisch nur 1 Prozent, dann noch einmal nach weiteren 3 Monaten ohne Steigerung 1,5 Prozent, ebenfalls bei 24 Monaten Laufzeit.

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