Charité-Beschäftigte streiken für besseren Tarifvertrag
Die Beschäftigten der Charité haben 2021 in einem 30-tägigen Erzwingungsstreik den Tarifvertrag Gesundheitsfachberufe durchgesetzt. Er enthält verbindliche Personalvorgaben für viele Bereiche des Universitätsklinikums.
Nach fast 5 Jahren Erfahrung fordert ver.di Verbesserungen. Bestimmte Beschäftigtengruppen und Bereiche sollen einbezogen werden. Außerdem sollen die Regelungen zur Entlastung und zur Ausbildung nachgebessert werden. Für angeworbene Pflegefachkräfte aus dem Ausland fordert ver.di mehr Unterstützung bei Einarbeitung und Integration.
Verhandlungen kommen nicht voran
Bisher fanden 2 Verhandlungsrunden statt. Nach Angaben von ver.di stellt der Vorstand der Charité jedoch gut funktionierende Regelungen infrage und fordert Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen. Dadurch seien Fortschritte bei den Verhandlungen blockiert.
Die Charité begründet ihre Haltung mit den beschlossenen Änderungen bei der Krankenhausfinanzierung.
Einschränkungen bei planbaren Behandlungen
Am Montag sind zunächst begrenzte Streikaktivitäten geplant. Von Mittwoch bis Freitag, vom 2. bis 4. September, soll umfassend gestreikt werden. Der Krankenhausbetrieb kann dadurch deutlich eingeschränkt werden.
Die Notfallversorgung soll sichergestellt bleiben. Bei planbaren Behandlungen müssen sich Patient:innen jedoch auf Verzögerungen und Ausfälle einstellen.
Streiklokale an 3 Standorten
Streiklokale gibt es am Virchow Klinikum, am Campus Mitte und am Campus Benjamin Franklin. Mit dem Streik erhöht ver.di den Druck auf den Charité-Vorstand. Seit Beginn der Tarifbewegung im März haben sich nach Gewerkschaftsangaben mehr als 400 Beschäftigte neu organisiert.