Tarifabschluss in der Ernährungswirtschaft Sachsen-Anhalts
Die Gewerkschaft NGG hat für zahlreiche Betriebe der Ernährungswirtschaft Sachsen-Anhalts einen Tarifabschluss erzielt. Er sieht die schrittweise Angleichung der Löhne an das Tarifniveau in Niedersachsen und Bremen vor.
In den betroffenen Betrieben bestehen derzeit Lohnunterschiede von 16 bis 35 Prozent. Für Facharbeiterinnen und Facharbeiter bedeutet das je nach Betrieb monatlich 500 Euro bis 1.000 Euro weniger Lohn. Diese Lücke soll bis 2032 vollständig oder weitgehend geschlossen werden.
Weitere Lohnerhöhungen vereinbart
Die Beschäftigten erhalten zusätzlich zu einer Lohnerhöhung von 3,5 Prozent zum 1. Juli 2026 in zahlreichen Betrieben im Dezember eine weitere Erhöhung von 1,2 Prozent bis 2 Prozent.
Ab 2027 werden jeweils zum 1. Juli die vereinbarten Tariferhöhungen des Tarifgebiets Obst, Gemüse und Mineralwasser Niedersachsen und Bremen übernommen. Zusätzlich steigt der Lohn jährlich um 1,75 Prozent als Anpassungsbetrag.
Streiks machten den Abschluss möglich
Dem Abschluss gingen über Monate zahlreiche Streiks in fast allen Betrieben voraus. Nach Angaben der NGG war es das stärkste Streikgeschehen in der Branche seit der deutschen Einheit. Viele Betriebe streikten dabei erstmals.
Von der Einigung profitieren unter anderem Beschäftigte bei Rotkäppchen, Ditsch, Füngers, Hasa, Freiberger sowie Cremer und Deuka. Das Unternehmen Burger Knäcke will dem vereinbarten Weg in der Tarifgemeinschaft bisher nicht folgen. Die NGG berät mit den Beschäftigten über das weitere Vorgehen.
Eine Petition unter dem Titel “Lohnmauer einreißen” unterstützten mehr als 120.000 Menschen.