Tarifstreit im Einzelhandel eskaliert
In der laufenden Tarifrunde im Einzelhandel haben die Arbeitgeber die Verhandlungen in 4 Bundesländern vorerst ausgesetzt. Betroffen sind Bayern, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Berlin-Brandenburg. Der Handelsverband Bayern begründete die Absagen damit, dass der ver.di-Bundesvorstand eine bereits in Baden-Württemberg erzielte Einigung unterlaufen habe. ver.di hatte dem bereits in der "Lebensmittelzeitung" widersprochen.
Arbeitgeber sehen keine Grundlage für Gespräche
Die bayerische HBE-Tarifgeschäftsführerin Melanie Eykmann kritisierte, dass vor Ort ausgehandelte Kompromisse am Verdi-Bundesvorstand scheiterten. Verbandssprecher Bernd Ohlmann erklärte, man sehe derzeit keine Grundlage für zielführende Verhandlungen in Bayern.
ver.di nennt Vorwürfe einen Skandal
Verdi wies die Vorwürfe zurück. Eine Sprecherin erklärte in Berlin, es habe keinen entsprechenden Beschluss des Bundesvorstandes gegeben. Die Tarifgebiete hätten den Sondierungsstand aus Baden-Württemberg gemeinsam als nicht ausreichend für einen Abschluss bewertet. Der bayerische Verhandlungsführer Thomas Gürlebeck bezeichnete die Absagen als "Skandal" und kündigte eine Ausweitung der Streiks an.
Warnstreiks sollen ausgeweitet werden
In den vergangenen Wochen gab es bundesweit zahlreiche Warnstreiks im Einzelhandel. Der bayerische ver.di-Landesbezirk kündigte an, die Arbeitsniederlegungen weiter auszuweiten.
Große Lücke bei den Lohnforderungen
Verdi fordert je nach Tarifgebiet Lohnerhöhungen von 7 Prozent bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Die Arbeitgeber hatten in mehreren Bundesländern 3,5 Prozent Lohnerhöhung bei einer Laufzeit von 2 Jahren angeboten.