Am Freitag, dem 19. Juni 2026, rief die Gewerkschaft ver.di erneut zu bundesweiten Warnstreiks im Handel auf. Schwerpunkt war Ikea. In mehr als der Hälfte aller deutschen Filialen legten Beschäftigte die Arbeit nieder.
Milliardenumsätze ohne faire Löhne
Ikea erzielte 2024 in Deutschland einen Gesamtumsatz von 6,1 Milliarden Euro. Das war das zweitstärkste Jahr in der Unternehmensgeschichte. ver.di-Bundesvorstandsmitglied Silke Zimmer machte deutlich: “Im Handel werden täglich Milliardenumsätze gemacht, aber bei den Beschäftigten kommt so gut wie nichts davon an.”
Stellenabbau trotz Rekordumsatz
Gleichzeitig plant Ikea einen umfassenden Personalabbau. Im Kundenservicecenter Rostock verlieren 280 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz. Die IT-Abteilung in Dortmund wird ausgelagert. Auch in der Konzernzentrale in Wallau sollen Stellen wegfallen. 2026 kommt es erstmals zu betriebsbedingten Kündigungen. Zimmer kritisierte: “Der Umgang des Unternehmens mit seinen Beschäftigten zeugt kaum von sozialer Verantwortung.”
Verhandlungen gehen weiter
Die nächsten Gespräche waren für den 22. Juni 2026 angesetzt — im Einzelhandel in Rheinland-Pfalz sowie im Groß- und Außenhandel in Hamburg. ver.di fordert 7 Prozent mehr Lohn, mindestens aber 225 Euro mehr im Monat, bei einer Laufzeit von 12 Monaten.