Deutscher Gewerkschaftsbund

02.07.2015
Reallöhne

Niedriglohn-Branchen und Minijobber profitieren vom Mindestlohn

Höchster Reallohn-Anstieg seit Herausgabe des Reallohnindex durch Statistisches Bundesamt

Laut Daten des Statistischen Bundesamts profitieren die Beschäftigten in mehreren Niedriglohn-Branchen und in Minijobs deutlich vom Mindestlohn. Neben Minijobberinnen und Minijobbern verzeichnen vor allem Taxifahrerinnen und Taxifahrer sowie Beschäftigte in Gastronomie und Catering ein überdurchschnittliches Lohnplus.

Kellner mit wenig Geld auf dem Teller

DGB/Simone M. Neumann

Reallöhne stark gestiegen

Die Reallöhne in Deutschland sind vom ersten Quartal 2014 bis zum ersten Quartal 2015 um 2,5 Prozent gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, ist das der höchste Anstieg, seit das Bundesamt den Reallohnindex erfasst (2008). Eine Ursache: die unverändert gebliebenen Verbraucherpreise. Die Preissteigerung lag in diesem Zeitraum bei 0,0 Prozent.

Der Mindestlohn wirkt: Lohnplus in Niedriglohn-Branchen und bei Minijobs überdurchschnittlich

In welchem Umfang der gesetzliche Mindestlohn die Reallohn-Entwicklung exakt beeinflusst habe, lasse sich statistisch "nicht quantifizieren", so das Statistische Bundesamt.

Die StatistikerInnen weisen aber darauf hin, dass die Steigerungen in "typischen" Niedriglohn-Branchen und bei Beschäftigtengruppen mit niedrigeren Einkommen besonders stark waren: Ein Zeichen, dass der Mindestlohn wirkt. Überdurchschnittliche (Nominal-)Lohnsteigerungen hatten demnnach folgende Gruppen und Branchen:

  • Ungelernte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer: + 4,0%
  • Angelernte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer: + 2,8%
  • Geringfügig Beschäftigte: + 5,0%
  • Catering/Gastronomie: +4,1%
  • Taxifahrerinnen und Taxifahrer: +3,0%

Statistisches Bundesamt: Reallohnindex im 1. Quartal 2015 um 2,5 % höher als im Vorjahresquartal

 


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