Deutscher Gewerkschaftsbund

24.08.2020

Corona verschärft Probleme am Ausbildungsmarkt

Die Folgen der Corona-Krise sind auf dem Ausbildungsmarkt angekommen. Es gibt deutlich weniger Ausbildungsstellen als im Vorjahr. Der DGB fordert ein Recht auf Ausbildung und mehr Engagement der Unternehmen. Der Ausbildungsreport 2020 legt zudem offen, dass die Ausbildungsqualität in vielen Bereichen weiterhin zu wünschen übrig lässt.

Azubi (junge Frau) mit Maßband an Holz-Werkstatt; im Hintergrund der Ausbilder

Colourbox.de

Die duale Ausbildung steht unter Druck. Bis Ende Juli wurden 495 000 Ausbildungsplätze gemeldet, rund acht Prozent weniger als vor einem Jahr. Hinzu kommt ein Trend, den ForscherInnen seit einigen Jahren feststellen: Jugendliche mit höheren Schulabschlüssen machen oft einen Bogen um die duale Ausbildung. Jugendliche, die höchstens einen Hauptschulabschluss haben oder aus Einwandererfamilien stammen, schaffen häufig den Sprung von der Schule in die Ausbildung nicht, warnt die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack. So fehlt in einigen Branchen der Nachwuchs und gleichzeitig gibt es viele junge Menschen ohne Ausbildungsstelle.

Fachkräftemangel und hoher Ausbildungslosigkeit

„Dieser Trend droht sich in der Corona-Krise noch zu verschärfen. Das Nebeneinander von Fachkräftemangel und hoher Ausbildungslosigkeit ist Gift für unsere Gesellschaft“, sagt Hannack und fordert mehr Angebote auch für Jugendliche mit einem Hauptschulabschluss. Zudem müssen Qualität und Bezahlung besser werden. Der DGB fordert einen gesetzlich garantierten Anspruch auf einen Ausbildungsplatz. Vor allem stehen aber die Unternehmen in der Pflicht, wie die Ergebnisse des DGB-Ausbildungsreports 2020 zeigen.

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Ausbildungsreport 2020: Keine Aussage zur Übernahme nach der Ausbildung

Bereits vor Corona klagte ein Teil der Auszubildende über schlechte Bedingungen und wenig Perspektiven. Fast 40 Prozent wissen selbst im letzten Ausbildungsjahr noch nicht, ob sie von ihrem Betrieb übernommen werden. Knapp ein Viertel der Auszubildenden kann sich nach der Arbeit nicht mehr richtig erholen. Zudem bemängeln 44 Prozent die Qualität der Berufsschulen. Eine Folge: 16 Prozent würden eine Ausbildung in ihrem Betrieb nicht weiterempfehlen.

Ausbildung

Etwa ein Drittel der Auszubildenden berichtet über ausbildungsfremde Tätigkeiten.

Um dies zu verhindern, sollten Betriebe auf öffentliche Hilfe und finanzielle Unterstützung zurückgreifen. Diese finden sie unter anderem bei verschiedenen öffentlichen Förderprogrammen. So stellt die Bundesregierung mit dem Ausbau der ausbildungsbegleitenden Hilfen, der Assistierten Ausbildung und den Förderprogrammen für Ausbildung in der Corona-Krise umfassende Hilfen für die Betriebe bereit – sie müssen nun genutzt werden. Auszubildende können sich bei Problemen an Dr. Azubi wenden, der seit vielen Jahren bewährten Online-Beratung der DGB-Jugend.


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