Deutscher Gewerkschaftsbund

03.05.2017
DGB-Index Gute Arbeit - Digitalisierung

Arbeitshetze bei digitaler Arbeit

 Junge Frau sitzt am Laptop

DGB/rawpixel/123rf.com

Aus Sicht des DGB bietet die Digitalisierung für Beschäftigte sowohl Chancen als auch Risiken. Doch Digitalisierungsprozesse werden derzeit in vielen Unternehmen so durchgeführt, dass sie mit erhöhter Arbeitshetze verbunden sind. Das zeigt eine Sonderauswertung des DGB-Index Gute Arbeit.

Einschätzung von Beschäftigten, die in sehr hohem Maße mit digitalen Mitteln arbeiten:

Grafik die zeigt, dass 60% aller Beschäftigten, die viel mit digitalen Instrumenten arbeiten, oft unter Arbeitshetze und Zeitdruck leiden

DGB-Index Gute Arbeit

Es laufe "etwas schief mit der Digitalisierung, wenn die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sie nicht als Entlastung, sondern als eine Intensivierung ihrer Arbeit erleben", so DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach.

Ständige Erreichbarkeit macht großen Teil der Mehrbelastung aus

DGB-Index Gute Arbeit

Die Sonderauswertung zeigt: Digital Arbeitende sind häufigen Störungen und Belastungen bei der Arbeit ausgesetzt.

Die Ergebnisse der Index-Sonderauswertung zeigen Probleme in vielen Bereichen:

  • Wo in starkem Maße mit digitalen Mitteln gearbeitet wird, ist der Anteil der von Störungen und Unterbrechungen betroffenen Beschäftigten doppelt so hoch wie bei nicht digitaler Arbeit.
  • Hochgradig digitalisierte Arbeit ist für die Beschäftigten derzeit mit einer überdurchschnittlich starken Steigerung der Arbeitsintensität verbunden.
  • Die Mehrbelastung von digital Arbeitenden hängt zu einem beträchtlichen Teil mit der Anforderung zusammen, ständig für den Arbeitgeber erreichbar zu sein.
DGB-Index Gute Arbeit zeigt mögliche Lösungswege

Doch die Sonderauswertung des DGB-Index Gute Arbeit zeigt auch, wie sich zunehmende Arbeitshetze vermeiden lässt: Digital Arbeitende, die Einfluss auf ihre Arbeitsmenge nehmen können, sehen sich deutlich weniger belastet und gehetzt. Damit zeige der Index "auch den Hebel, mit dem die Digitalisierung für eine bessere Arbeitsqualität genutzt werden kann", so Buntenbach. "Der Ausbau individueller und kollektiver Mitbestimmungs- und Beteiligungsmöglichkeiten bleibt der Schlüssel für eine menschengerechte Gestaltung der Arbeitswelt – auch und gerade in Zeiten der Digitalisierung."


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