Deutscher Gewerkschaftsbund

04.02.2011

Internationaler Gewerkschaftsbund pocht bei Deutscher Telekom und T-Mobile auf Arbeitnehmerrechte

Die internationale Gewerkschaftsbewegung startet eine weltweite Kampagne, um den Telekommunikationsriesen Deutsche Telekom dazu zu veranlassen, gewerkschaftsfeindliche Diskriminierung zu beenden und den Beschäftigten seiner US-Tochter T-Mobile USA einen Gewerkschaftsbeitritt zu ermöglichen. Dies wurde heute vom in Brüssel tagenden Vorstand des IGB beschlossen, nachdem sich das deutsche Stammunternehmen wiederholt geweigert hatte, die gewerkschaftsfeindliche Kampagne von T-Mobile USA zu beenden.

"Wir erwarten mehr von der Deutschen Telekom", erklärte IGB-Generalsekretärin Sharan Burrow.  "Das Unternehmen hat Niederlassungen in rund 50 Ländern und erkennt die Gewerkschaften der dortigen Beschäftigten größtenteils an. Nicht jedoch in den USA, dort  verstößt das Unternehmen massiv gegen Neutralitätsanforderungen  und versucht, die Gewerkschaften aus den Betrieben herauszuhalten. Wir verlangen von der Deutschen Telekom nichts weiter als die Achtung der grundlegenden Rechte all seiner Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer weltweit, im Einklang mit internationalen Rechtsnormen."

T-Mobile hat bei seiner Kampagne zur Verhinderung eines Gewerkschaftsbeitritts seiner Beschäftigten u.a.  auf die Dienste von US-amerikanischen Beratern zurückgegriffen, die auf die Zerschlagung von Gewerkschaften spezialisiert sind. Detaillierte Belege für seine gewerkschaftsfeindliche Kampagne wurden im vergangenen September in einem Sonderbericht der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch veröffentlicht. In dem 130-seitigen Bericht wird im Einzelnen beschrieben, wie einige europäische Multis aggressive Kampagnen durchgeführt haben, um zu verhindern, dass ihre Beschäftigten in den USA Gewerkschaften beitreten oder Tarifverhandlungen führen, womit sie gegen internationale Normen und häufig gegen das US-Arbeitsrecht verstoßen haben.

Michael Sommer, der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und Präsident des IGB erklärte dazu: "Die Deutsche Telekom ist auf höchster Ebene wiederholt aufgefordert worden, T-Mobile USA in Einklang mit den in Deutschland geltenden Normen zu bringen, was jedoch bisher nicht geschehen ist. Das Unternehmen sollte auf globaler Ebene dieselbe Tradition sozialpartnerschaftlichen Verhaltens anwenden und sich in allen Ländern an international  geltende Regeln halten. Wir werden daher diesen inakzeptablen Aspekt der Geschäftstätigkeit des Unternehmens beleuchten."

Philip Jennings, der Generalsekretär von UNI Global Union, des Industrieverbandes der Telekommunikationsbranche weltweit, sagte dazu:  "Die Deutsche Telekom könnte ihren internationalen Ruf erheblich verbessern, wenn sie nur dafür sorgen würde, dass die grundlegenden Menschenrechte ihrer Beschäftigten überall auf der Welt respektiert werden. Daran werden wir das Unternehmen so lange erinnern, bis es sich in all seinen Niederlassungen weltweit verantwortungsbewusst verhält. Die Deutsche Telekom sollte eine globale Vereinbarung unterzeichnen, die all ihren Beschäftigten in jedem Land das Vereinigungs- und das Tarifverhandlungsrecht garantiert."

Zur Kampagne We expect it better

Der Internationale Gewerkschaftsbund


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