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04.08.2017
Gesetzlicher Mindestlohn und Branchenmindestlöhne

Was ändert sich 2018 beim Mindestlohn?

Stand: 22. November 2017

Roter Buntstift auf einem Blatt mit langen Zahlenreihen; Nahaufnahme

Colourbox.de

Gesetzlicher Mindestlohn im Jahr 2018: 8,84 Euro

Der gesetzliche Mindestlohn beträgt seit dem 1.1.2017 8,84 Euro pro Stunde. Laut Mindestlohngesetz wird der gesetzliche Mindestlohn alle zwei Jahre neu festgelegt.

  • Damit beträgt der Mindestlohn auch im Jahr 2018 8,84 Euro.
Broschürencover mit Foto von Geldscheinen und Münzen im Wert von 8,84 Euro und dem Titel "Mindestlöhne: Was ändert sich ab 2018 - www.mindestlohn.de"

DGB

Broschüre: Mindestlohn 2018

Eine neue Broschüre des DGB fasst zusammen, was sich bei den Mindestlöhnen 2018 ändert.

Weitere Themen der Broschüre:

  • Wie wehren gegen Mindestlohnverstöße?
  • Mindestlohn weiterentwickeln - die Forderungen des DGB
So geht's weiter
  • Im Laufe des Jahres 2018 wird die Mindestlohn-Kommission beraten, welche Höhe der Mindestlohn ab 2019 haben soll.
  • Diesen Vorschlag richtet die Mindestlohnkommission dann an die Bundesregierung, die per Verordnung den neuen Mindestlohn festlegen wird, der dann ab dem 1.1.2019 gilt.
Allgemeiner Gesetzlicher Mindestlohn
1.1.2015 - 31.12.2016 1.1.2017 - 31.12.2018 1.1.2019 - 31.12.2020
8,50 Euro 8,84 Euro
(aktuell gültig)
Mindestlohn-Kommission gibt 2018 Empfehlung ab

 

Welche Mindestlohn-Ausnahmen gelten noch in 2018?

Hände eines Mannes umfassen ein "Achtung/Vorsicht"-Verkehrsschild

Colourbox.de

Der gesetzliche Mindestlohn gilt weiterhin NICHT für:

  • Jugendliche unter 18 Jahren ohne abgeschlossene Berufsausbildung,
  • Auszubildende – unabhängig von ihrem Alter – im Rahmen der
    Berufsausbildung,
  • Langzeitarbeitslose während der ersten sechs Monate ihrer
    Beschäftigung nach Beendigung der Arbeitslosigkeit,
  • Praktikanten, wenn das Praktikum verpflichtend im Rahmen einer
    schulischen oder hochschulischen Ausbildung stattfindet,
  • Praktikanten, wenn das Praktikum freiwillig bis zu einer Dauer
    von drei Monaten zur Orientierung für eine Berufsausbildung oder
    Aufnahme eines Studiums dient,
  • Jugendliche, die an einer Einstiegsqualifizierung als Vorbereitung zu
    einer Berufsausbildung oder an einer anderen Berufsbildungsvor-
    bereitung nach dem Berufsbildungsgesetz teilnehmen,
  • ehrenamtlich Tätige.

Daneben galt für Tarifverträge, die Löhne unter dem gesetzlichen Mindestlohn vorsehen, eine Übergangsfrist. Diese Frist ist inzwischen ausgelaufen. In keiner Branche darf 2018 (abgesehen von den oben genannten Personengruppen) weniger gezahlt werden als es der gesetzliche Mindestlohn vorsieht.

Mindestlohn 2018 für Zeitungszusteller

Zusätzlich gab es eine Abschlagsregelung für ZeitungszustellerInnen. Im Jahr 2016 hatten sie einen Anspruch auf 85 Prozent des gesetzlichen Mindestlohnes, seit 2017 auf 8,50 Euro pro Stunde. Ab 2018 erhalten sie dann den aktuellen Mindestlohn von 8,84 Euro pro Stunde.

Sonderregelungen Saisonarbeiter

Beschäftigte, die befristet in einer Saison etwa im Hotel- und Gaststättengewerbe, in der Landwirtschaft oder auf Weihnachtsmärkten
arbeiten, erhalten den Mindestlohn. Doch für sie gilt in einem Punkt eine spezielle Regelung – diese ändert sich Ende 2018:

Wer im Hotel- und Gaststättengewerbe, in der Landwirtschaft oder auf Weihnachtsmärkten weniger als 70 Tage im Jahr arbeitet, ist nicht sozialversichert, hat keine Renten- und Arbeitslosenversicherung. Das gilt aber nur, wenn man gelegentlich und nicht berufsmäßig arbeitet und nicht mehr als bis zur Einkommensgrenze der geringfügigen Beschäftigung (450 Euro im Monat) verdient. Das heißt, diese Arbeit darf nicht dazu dienen, den Lebensunterhalt zu sichern. Die 70-Tage-Regelung wurde mit dem Mindestlohn zum 1. Januar 2015 eingeführt, gilt aber nur bis Ende 2018. Danach greift wieder die Begrenzung auf 50 Tage.


 

Branchen-Mindestlöhne im Jahr 2018: Mehrere Mindestlöhne steigen

Elektriker mit Bauhelm an Schaltschrank

DGB/Dmitry Kalinovsky/123rf.com

Neben dem gesetzlichen Mindestlohn gibt es etliche Branchen-Mindestlöhne. Diese werden von Ge­werkschaften und Arbeitgebern in einem Tarif­vertrag ausgehandelt und von der Politik für allgemein verbindlich erklärt. Branchen-Mindestlöhne gelten für alle Betriebe der Branche – auch für die, die nicht tarifgebunden sind. Übersicht aller aktuellen Branchen-Mindestlöhne.

Bereits feststehende Erhöhungen zum 1.1.2018:

In mehreren Branchen steht bereits fest, dass die Branchen-Mindestlöhne zum 1. Januar 2018 steigen:

Branche Branchen-Mindestlohn bisher Branchen-Mindestlohn ab 1.1.2018
Berufliche Aus- und Weiterbildung 14,60 Euro 15,26 Euro*
Elektrohandwerk (Montage) 10,65 Euro (West)
10,40 Euro (Ost inkl. Berlin)
10,95 Euro (bundesweit)
Geld- und Wertdienste

unterschiedliche Branchenmindestlohn-Regelungen in den Bundesländern;
Tabelle mit den Mindestlöhne aller Bundesländer hier als PDF downloaden 

Pflegebranche 10,20 Euro (West inkl. Berlin)
9,50 Euro (Ost)
10,55 Euro (West inkl. Berlin)
10,05 (Ost)
*Allgemeinverbindlichkeit noch nicht erteilt
Bereits feststehende Erhöhungen zu späteren Zeitpunkten im Laufe des Jahres 2018:

In anderen Branchen erhöhen sich die Branchen-Mindestlöhne in 2018 nicht bereits zum Jahresanfang, sondern zu einem späteren Zeitpunkt:

Branche Branchen-Mindestlohn bisher Branchen-Mindestlohn neu in 2018
Leiharbeit/Zeitarbeit 9,23 Euro (West)

8,91 Euro (Ost inkl. Berlin)
9,49 Euro (West; ab April 2018)

9,27 (Ost inkl. Berlin; ab April 2018)
Maler- und Lackiererhandwerk 10,35 Euro (bundesweit für Ungelernte)

13,10 Euro (Gesellen West, inkl. Berlin)

11,85 Euro (Gesellen Ost)
10,60 Euro (bundesweit für Ungelernte; ab Mai 2018)

13,30 Euro (Gesellen West, inkl. Berlin; ab Mai 2018)

12,40 Euro (Gesellen Ost; ab Mai 2018)
Steinmetz- und Steinbildhauer-
Handwerk
11,40 Euro (West inkl. Berlin)

11,20 (Ost)
11,40 Euro (ab Mai 2018 bundeseinheitlich)
Branchen mit Branchen-Mindestlöhnen bis Dezember 2017:

In folgenden Branchen gelten Branchenmindestlohn-Regelungen bis 31.12.2017. Für 2018 kann es neue Regelungen geben:

  • Bauhauptgewerbe
  • Dachdeckerhandwerk
  • Fleischindustrie
  • Gebäudereinigerhandwerk
  • Land- und Forstwirtschaft, Gartenbau
  • Schornsteinfegerhandwerk
  • Textil- und Bekleidungsindustrie

Quelle: WSI-Tarifarchiv

- alle Angaben ohne Gewähr -


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