Deutscher Gewerkschaftsbund

01.02.2017

Beschäftigung in der Leiharbeit erreicht Millionenmarke

Im vergangenen Jahr hat die Zahl der Leiharbeitsbeschäftigten die Marke von einer Million überschritten, meldet die Bundesagentur für Arbeit. Damit hatten 3 Prozent der mehr als 31 Millionen sozialversicherten Beschäftigten einen Job in der Zeitarbeit. "Kein Erfolg, sondern oft eine Einbahnstraße in Richtung prekäre Beschäftigung" sagt DGB-Vorstand Annelie Buntenbach.

Annelie Buntenbach, DGB-Vorstandsmitglied

DGB/Simone M. Neumann

DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach kritisiert die Entwicklung der Beschäftigtenzahlen in der Leiharbeit:

„Eine Million Leiharbeiter sind kein Grund zum Feiern. Seit der Reform im Jahre 2005 hat sich die Zahl der Leiharbeiter mehr als verdreifacht. Dies ist kein Erfolg, sondern oft eine Einbahnstraße in Richtung prekäre Beschäftigung, weil unsicher und viel zu oft zu schlecht bezahlt. Dabei haben mehr als 2/3 der Leiharbeiter eine abgeschlossene Berufsausbildung. 72 Prozent der Leiharbeitsverträge enden bereits vor Ablauf von 9 Monaten.“


Hintergrund:

Bundesagentur für Arbeit: Blickpunkt Arbeitsmarkt. Aktuelle Entwicklungen der Zeitarbeit (PDF)


Nach oben

Weitere Themen

Qui­z: Was weißt du über die Welt der Ar­beit?
Ilya Rumyantsev/fotolia.com
In welchem Jahr wurde in Deutschland am häufigsten gestreikt? Wohin wandern die meisten Inder aus, um Arbeit zu finden? Wie viele Arbeitsplätze in China könnten durch Roboter ersetzt werden? Und wie viele Beschäftigte in Deutschland arbeiten auch am Wochenende? Teste dein Wissen zur Arbeitswelt mit Grafiken aus dem "Atlas der Arbeit" von DGB und Hans-Böckler-Stiftung.
weiterlesen …

ein­blick - DGB-In­fo­ser­vice kos­ten­los abon­nie­ren
Mehr online, neues Layout und schnellere Infos – mit einem überarbeiteten Konzept bietet der DGB-Infoservice einblick seinen Leserinnen und Lesern umfassende News aus DGB und Gewerkschaften. Hier können Sie den wöchentlichen E-Mail-Newsletter einblick abonnieren.
zur Webseite …

Schluss mit Kür­zun­gen bei der Ren­te!
DGB/Simone M. Neumann
Bei der Rente vertrete der Deutsche Gewerkschaftsbund falsche Ideen, schrieb ZEIT-Redakteur Roman Pletter kürzlich. Doch er irrt, sagt DGB-Vorstand Annelie Buntenbach in ihrer Erwiderung.
weiterlesen …

Themenverwandte Beiträge

Artikel
Tendenz steigend: Arm trotz Arbeit
Die Arbeitslosigkeit sinkt, die Union verspricht ihren Wählern Vollbeschäftigung - doch immer mehr Menschen können von ihrer Erwerbsarbeit kaum leben, sind trotz Job von Armut bedroht. Laut einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung hat sich ihre Zahl von 2004 bis 2014 mehr als verdoppelt. Wie passt das zusammen? weiterlesen …
Artikel
"Minijobs sind eine Rutschbahn Richtung Altersarmut"
Wenig Sicherheit und ein Einkommen, von dem man weder leben noch fürs Alter vorsorgen kann: Für Millionen Minijobber in Deutschland ist das Realität. Doch statt die Minijobs endlich in den Schutz der Sozialversicherung zu holen, wollen CDU/CSU diese prekäre Beschäftigungsform offenbar noch ausbauen, indem sie die Einkommensgrenze anheben, kritisiert DGB-Vorstand Annelie Buntenbach. weiterlesen …
Artikel
Geringe Einkommen profitieren nicht vom Aufschwung
Mit der guten Situation am deutschen Arbeitsmarkt steigen auch die Einkommen. Doch leider nicht für alle. Einer von fünf Beschäftigten hat heute genau soviel oder gar weniger in der Tasche, als noch Anfang der 1990er Jahre. Der DGB-klartext stellt eine aktuelle Studie des DIW zur Einkommensentwicklung vor. weiterlesen …

Zuletzt besuchte Seiten