Deutscher Gewerkschaftsbund

28.09.2022
Entlastung

Energiepreispauschale: Alles was Sie jetzt wissen müssen

Fragen und Antworten zur Auszahlung

Von der kommenden Energiepreispauschale (EPP) profitieren alle Arbeitnehmer*innen. Aber nicht alle gleich. Die 300 Euro unterliegen nämlich der Steuerpflicht. Geringe Einkommen profitieren somit mehr als höhere – und das ist gut so! Das Geld soll vom Arbeitgeber als Zuschuss zum Gehalt ausgezahlt werden, bei Selbstständigen wird stattdessen die Steuer-Vorauszahlung gesenkt. Wir beantworten Ihre Fragen rund um den Bonus.

Hand an offener Geldbörse mit Euro-Scheinen

DGB/Vladyslav Starozhylov/123rf.com

  • Wer bekommt die Energiepreispauschale?

    Alle, die einer Beschäftigung nachgehen, erhalten die einmalige Energiepreispauschale. Auch Auszubildende haben Anspruch auf die 300 Euro, genauso wie Minijobber*innen, Leute im Bundesfreiwilligendienst oder Studierende im bezahlten Praktikum.

    Die Energiepreispauschale bekommen auch Selbstständige, Auszubildende und Minijobber*innen, die in 2022 nur einen Tag einer Beschäftigung nachgegangen sind.

    Die Energiepreispauschale erhöht im Monat der Auszahlung den steuerpflichtigen Bruttolohn. Dadurch will der Gesetzgeber erreichen, dass bei geringeren Einkommen mehr von der Energiepreispauschale ankommt, als bei höheren Verdiensten. Wer also beispielsweise im Minijob arbeitet und dazu nun diese Einmalzahlung erhält, braucht nicht zu befürchten, dass er oder sie dann Steuern zahlen muss. Das liegt daran, dass mit diesem geringen Einkommen alle in Frage kommenden Freibeträge gar nicht ausgeschöpft werden können.

  • Wie bekomme ich die Energiepreispauschale?

    Die Energiepauschale wird im September automatisch mit dem Gehalt ausgezahlt. Extra was beantragen muss man dafür nicht, da ist der Arbeitgeber gefragt.

  • Bekommen Studierende oder Rentner*innen die Energiepreispauschale?

    Studierende oder Rentner*innen können eine Energiepreispauschale aktuell nur beziehen, wenn sie eine aktive Beschäftigung belegen können – etwa einen Minijob. Allerdings hat die Regierung angekündigt, hier nachzubessern: In einem zweiten Schritt sollen alle Rentner*innen und Studierenden auch eine Pauschale bekommen, unabhängig davon, ob sie arbeiten oder nicht.

    Bezieher*innen von Krankengeld bekommen die Energiepauschale erst später gezahlt, da sie die 300 Euro erst in ihrer Einkommenssteuer geltend machen können. Zudem gibt es Arbeitnehmer*innen, die sich ebenfalls auf längere Wartezeiten bei ihrer 300 Euro Pauschale einstellen müssen. 

    Ein sogenannter Heizkostenzuschuss soll derzeitige Wohngeldbezieher*innen, Auszubildende und Studierende noch in diesem Jahr entlasten. 

  • Steht die Energiepreispauschale auch Selbstständigen zu?

    Selbstständige erhalten die Pauschale ebenfalls – und zwar in Form eines Steuernachlasses. Sie können die Pauschale bei der Steuervorauszahlung im September abziehen.

  • Was gilt für Minijobber*innen bei der Energiepreispauschale?

    Minijobber*innen mit mehreren Stellen wird die Energiepreispauschale nur im Rahmen des „ersten Dienstverhältnisses“ ausbezahlt. Welches das ist, muss der oder die Arbeitnehmer*in in einer schriftlichen Erklärung festlegen. Ohne diese Bestätigung darf der Arbeitgeber die Einmalzahlung nicht leisten.

  • Bekommen Empfänger*innen von Transferleistungen die Energiepreispauschale?

    Die Ansprüche auf die Energiepauschale, den Kinderbonus oder den Hartz-IV-Bonus schließen sich nicht gegenseitig aus. Wer die Einmalzahlung für Transfergeldempfänger*innen – etwa den Zuschuss zu Hartz IV oder den Kinderbonus 2022 – erhält, kann abseits des Hartz-IV-Bonus aus dem Entlastungspaket 2022 auch die Energiepreispauschale beziehen, sofern sie oder er erwerbstätig ist.

  • Wann kommt die Energiepreispauschale?

    Die Auszahlung soll über den Arbeitgeber im September oder Oktober erfolgen. Wer die Zahlung nicht erhält, sollte zunächst beim Arbeitgeber nachfragen. In bestimmten Fällen kann es sein, dass die Arbeitgeber nicht zur Auszahlung verpflichtet sind, etwa bei Kleinstbetrieben oder wenn das Arbeitsverhältnis bereits beendet ist. In diesen Fällen müssen sich Arbeitnehmer*innen bis zum Beginn des kommenden Jahres gedulden und sich das Geld dann über die Steuererklärung direkt vom Fiskus holen.


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