Wohngipfel: 89 Prozent der Mieter*innen in Großstädten halten härtere Strafen gegen Mietwucher für wirkungsvoll
Der Deutsche Mieterbund (DMB) und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordern im Rahmen des am 15. Oktober in Berlin stattfindenden Wohngipfels mehr Tempo bei den mietrechtlichen Reformen der Bundesregierung. Eine überwältigende Mehrheit der Mieter*innen in Großstädten befürwortet parteiübergreifend schärfere Maßnahmen zur Mietpreisregulierung. Dies ergab eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag von DGB und DMB, die auf dem Wohngipfel mit Bundesjustizministerin Stefanie Hubig und den wohnungspolitischen Sprecherinnen und Sprechern der demokratischen Bundestagsfraktionen vorgestellt wird. Befürchtet werden zudem negative Effekte durch knappen Wohnraum bei der Suche nach einem Arbeitsplatz. Angesichts dieser Ergebnisse fordern DGB und DMB die Bundesregierung auf, mit umfassenden und wirksamen Maßnahmen gegen hohe Mieten vorzugehen.
Dazu gehört Verstöße gegen die Mietpreisbremse und Mietwucher stärker zu ahnden, die gerade in Ballungszentren längst die Regel sind und in der Praxis oft folgenlos bleiben. Die Not der Mieter*innen wird zum Geschäftsmodell, in Berlin lagen rund die Hälfte der inserierten Wohnungen über der zulässigen Miethöhe. Darüber hinaus fordern DMB und DGB einen bundesweiten Mietenstopp und eine dauerhafte Begrenzung von Mieterhöhungen durch die Absenkung der Kappungsgrenze. Außerdem müssen Mieter*innen durch Verbesserungen beim Kündigungsschutz und die Begrenzung von Umwandlungen von Miet- in Eigentumswohnungen besser geschützt werden.
Melanie Weber Moritz, Präsidentin Deutscher Mieterbund:
“Wie Wohnen wieder bezahlbar wird, ist mittlerweile eine wahlentscheidende Frage. Das Thema bezahlbare Mieten muss ganz nach oben auf die politische Agenda der Bundesregierung. Denn es fehlt an Fairness auf dem Mietmarkt, das bisherige Mietrecht lädt durch Schlupflöcher und Ausnahmen förmlich zum Missbrauch ein und leider nutzen dies immer mehr Vermieter schamlos aus. Wir fordern deshalb die zügige Umsetzung der angekündigten Reformen zur Verschärfung der Mietpreisbremse und zur Ahndung von Mietwucher. Mieten müssen wirksam begrenzt, es müssen mehr Sozialwohnungen geschaffen und Menschen vor dem Verlust ihrer Wohnung geschützt werden. Wohnen ist kein Spekulationsobjekt, sondern ein Grundrecht.”
Stefan Körzell, stellvertretender DGB-Vorsitzender:
“Wenn hohe Mieten Beschäftigte davon abhalten, eine Stelle anzunehmen, verschärft das Fachkräfteengpässe und wird zum Problem für Unternehmen und die Wirtschaft als Ganzes. Die Umfrage zeigt, dass eine große Mehrheit schärfere Maßnahmen gegen hohe Mieten für wirksam halten. Deshalb fordern wir Mietwucher endlich wirksam zu ahnden, eine Verschärfung der Mietpreisbremse und einen bundesweiten Mietenstopp. Zudem braucht es mehr bezahlbaren Wohnraum. Bund, Länder und Kommunen müssen gemeinsam dazu beitragen, ihn zu schaffen.”
Die repräsentative Umfrage wurde im Zeitraum 17. bis 29. September 2026 durchgeführt. Befragt wurden 1.014 Mieter:innen in Großstädten mit mehr als 100.000 Einwohnern.
Terminhinweis:
Wohngipfel 2026 des Deutschen Mieterbundes und des Deutschen Gewerkschaftsbundes