ver.di verzichtet auf Tarifverhandlungen in der Touristik

Datum

Die Bundestarifkommission der Gewerkschaft ver.di hat sich nach intensiven Beratungen entschieden, den Entgelttarifvertrag in der Touristikbranche nicht zu kündigen. Es werden auch keine Tarifverhandlungen aufgenommen.

Erfahrungen aus der Tarifrunde 2025 als Grund

Die Beschäftigten mussten seit der Corona-Pandemie einen massiven Reallohnverzicht im zweistelligen Prozentbereich hinnehmen. Der letzte Abschluss brachte jedoch kaum einen Ausgleich. Einzelne Verbesserungen konnten durch Aktionen und einen zweistündigen bundesweiten Streik erreicht werden. Für einen deutlichen Fortschritt fehlt nach Einschätzung der Kommission jedoch eine stärkere Mitgliedschaft in den tarifgebundenen Unternehmen.

Ziel der Mitgliederoffensive verfehlt

Als ersten Schritt hätte ver.di bis Mitte Oktober 2026 150 zusätzliche Mitglieder gewinnen wollen. Dieses Ziel wurde deutlich verfehlt. Deshalb verzichtet die Kommission auf eine Kündigung zum nächstmöglichen Termin am 31. Dezember 2026.

Folgen für die Beschäftigten

Der Tarifvertrag bleibt in seiner jetzigen Fassung bestehen, sofern ihn die Arbeitgeberseite nicht kündigt. Die untersten tariflichen Entgelte liegen ab dem 1. Januar 2027 jedoch unter dem gesetzlichen Mindestlohn. Die höheren Entgeltgruppen nähern sich dem Mindestlohn weiter an, und es droht ein weiterer Reallohnverlust. Die Kommission schließt eine künftige Tarifentwicklung nicht aus. Mit einer starken Mitgliedschaft seien auch wieder Tarifverhandlungen möglich.

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