Warnstreik legt Lebensmittelwerk in Nauen lahm
Bei der ADM Wild Nauen GmbH haben die rund 130 Beschäftigten gestern die Arbeit niedergelegt. Die Gewerkschaft NGG hatte im Rahmen der laufenden Tarifverhandlungen zu einem Warnstreik von 10.30 bis 17.30 Uhr aufgerufen. Es war der erste Warnstreik in der Geschichte des Standorts.
Forderung nach Angleichung an Berlin
Die NGG fordert 8,9 Prozent mehr Lohn sowie eine Angleichung auf 95 Prozent des Lohnniveaus im Berliner Schwesterwerk. Die Lohnlücke zwischen den beiden Standorten beträgt derzeit 11,4 Prozent und würde im April 2027 auf 14,6 Prozent steigen. Die ersten beiden Verhandlungen waren ohne Ergebnis geblieben. Das erste Angebot des Arbeitgebers sah eine Angleichung um 0,18 Prozent vor. Demnach würde es nach Berechnung der Gewerkschaft, 42 Jahre dauern, bis die Angleichung der beiden Werke vollzogen ist . Das zweite Angebot lehnte die NGG ab, weil die Beschäftigten den Angleichungsschritt durch geringe Erhöhungen zu Beginn selbst hätten bezahlen müssen.
Gewerkschaft fordert faire Behandlung
Sebastian Riesner, Geschäftsführer der NGG, sagte, die Beschäftigten wollten nicht wie Beschäftigte zweiter Klasse behandelt werden. Die aktuellen Preissteigerungen träfen die Menschen in Nauen genauso stark wie in Berlin. Riesner erwartete, dass sich das erfolgreiche Betriebsergebnis auch im Geldbeutel der Beschäftigten niederschlägt.
Hintergrund
Das Werk verarbeitet Früchte und gehört zum Lebensmittelkonzern ADM mit Sitz in Chicago, der weltweit 44.000 Menschen beschäftigt. Neben Nauen betreibt ADM Wild in Deutschland Standorte in Berlin und Eppelheim.