Umfrage: Teure Mieten schaden Wirtschaft & Arbeitsmarkt!
Die steigenden Wohnungsmieten in Deutschland sind nicht nur ein soziales Problem, sie bremsen auch die wirtschaftliche Erholung aus und verschärfen Fachkräfteengpässe. Das zeigt eine neue repräsentative Umfrage des Instituts Forsa unter Mieter*innen in den deutschen Großstädten, die wir zusammen mit dem Deutschen Mieterbund (DMB) anlässlich des Wohngipfels am 15.10.2026 veröffentlicht haben.
Demnach hat jede*r achte Befragte schon einmal eine Arbeitsstelle nicht angenommen oder einen möglichen Arbeitsplatz nicht weiterverfolgt, weil die Wohnkosten am Arbeitsort zu hoch waren. 59 Prozent glauben, dass Unternehmen in ihrer Stadt wegen hoher Wohnkosten künftig schwerer Arbeitskräfte finden.
Wer von Beschäftigten berufliche Mobilität verlangt, darf zu unbezahlbaren Wohnungen nicht schweigen. Denn was nützt eine freie Stelle, wenn nach Abzug der Miete zu wenig zum Leben bleibt? Die Umfrage misst zwar keine künftigen Fachkräfteengpässe – sie belegt aber, dass Wohnkosten schon heute berufliche Entscheidungen beeinflussen und die Fachkräftemobilität einschränken. Bezahlbares Wohnen ist damit auch eine Voraussetzung für einen funktionierenden Arbeitsmarkt und eine zukunftsfähige Wirtschaft.
Auf unserem gemeinsamen Wohngipfel mit dem DMB haben wir vergangene Woche in Berlin daher deutlich gemacht: Die Bundesregierung muss Mieter*innen und Beschäftigte endlich wirksam schützen. Das fordern auch weite Teile der Bevölkerung, wie die Forsa-Umfrage zeigt.
So halten 89 Prozent der Befragten härtere Strafen gegen Mietwucher für ein wirksames Instrument gegen steigende Mieten. 75 Prozent erwarten eine regulierende Wirkung von einer schärferen Mietpreisbremse. Einen zeitlich befristeten Mietenstopp bewerten 65 Prozent als wirksam.
Die Unterstützung reicht durch alle abgefragten politischen Lager. Härtere Strafen gegen Mietwucher befürworten jeweils 89 Prozent der Anhänger*innen von Union und Grünen, bei der SPD sind es 90, bei der Linken 97 Prozent. Eine schärfere Mietpreisbremse erreicht bei Union und Linken jeweils 75 Prozent, bei der SPD 76 und bei den Grünen 81 Prozent. Auch einen Mietenstopp, bei dem Mieterhöhungen für einen gewissen Zeitraum ausgeschlossen sind, überzeugt die Mehrheit der Wähler*innen: 54 Prozent bei der Union, jeweils 68 Prozent bei SPD und Grünen und 86 Prozent bei der Linken.
Die Umfrage zeigt auch: Wer stärkeren Mieterschutz immer nur als “Investitionshemmnis” abtut, widerspricht den Interessen der Wähler*innen und Beschäftigten. Die Ergebnisse der Forsa-Umfrage sind ein klarer Auftrag an die Bundesregierung. Sie muss endlich die Verschärfung des Mietwucherparagraphen vorantreiben und eine wirksame Bußgeldbewehrung für Verstöße gegen die Mietpreisbremse einführen. Außerdem braucht es einen zeitlich befristeten Mietenstopp, um Mieter*innen effektiv zu schützen.
Gleichzeitig müssen Bund, Länder und Kommunen mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen. Neubau und Mieterschutz dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Beschäftigte brauchen beides.