Meine Rente: Hart verdient!

45 Beitragsjahre sind genug. Der DGB fordert eine Rentenpolitik, die Lebensleistung anerkennt und solidarisch finanziert.

Rente nach 45 Beitragsjahren heißt: Lebensleistung anerkennen.

“Privileg”, “Frühverrentung”, “Fachkräftemangel” und “Belastung der Jungen”: Mit diesen Schlagworten wird derzeit für die Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren geworben. 

Sie verschieben den Blick auf die entscheidende Tatsache: Wer 45 Jahre Beiträge gezahlt hat, soll eine erworbene Versicherungsleistung ohne Abschläge erhalten. Das ist eine Frage der Gerechtigkeit.

Die Rente nach 45 Beitragsjahren ist keine Privilegienregelung

Die Rente nach 45 Beitragsjahren ist keine Sonderzahlung für Spitzenverdiener*innen und kein Geschenk an eine Generation. Sie knüpft an eine lange Versicherungszeit an. Wer sie abschafft, macht aus einem verlässlichen Anspruch ein höheres persönliches Risiko: länger arbeiten – oder bei einem früheren Renteneintritt dauerhaft weniger bekommen.

Ein Blick auf die Fakten.

Gegner*innen nennen sie “Rente mit 63” oder “Frühverrentung”. Beides verkürzt die Regelung und lenkt vom entscheidenden Kriterium ab: 45 Versicherungsjahre. Die Leistung richtet sich nicht nach dem Einkommen, sondern nach der langen Versicherungszeit. Auch Zeiten der Kindererziehung können dabei berücksichtigt werden.

Ein Blick auf die tatsächlichen Neuzugänge zeigt, wie wenig das Bild vom privilegierten Spitzenverdiener trägt: 2024 waren 44,5 Prozent der Neuzugänge Frauen. Viele der Leistungsbeziehenden kommen aus Ostdeutschland.

Die Rente nach 45 Beitragsjahren ist damit eine Versicherungsleistung. Sie erkennt an, dass Menschen besonders lange zur Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung beigetragen haben. Wer sie als “Privileg” bezeichnet, macht aus einem erworbenen Anspruch einen moralischen Vorwurf.

Hier gibt es noch mehr Fakten zur Rente.

Länger arbeiten ist nicht für alle realistisch.

Die Forderung nach einem höheren Rentenalter geht an der Arbeitsrealität vieler Beschäftigter vorbei. Wer jahrzehntelang körperlich schwer, unter hohem Zeitdruck oder in Schichtarbeit gearbeitet hat, kann nicht ohne Weiteres länger durchhalten.

Das zeigen auch die Erwartungen der Beschäftigten: 40 Prozent rechnen damit, unter den aktuellen Arbeitsbedingungen nicht bis zum gesetzlichen Rentenalter arbeiten zu können. Ein höheres Rentenalter würde deshalb vor allem den Druck auf diejenigen erhöhen, die bereits heute besonders belastet sind.

Die entscheidende Frage lautet nicht, wie lange Menschen theoretisch arbeiten können. Entscheidend ist, ob sie unter realen Arbeitsbedingungen gesund bis zum Rentenalter durchhalten können – und ob sie nach einem langen Arbeitsleben einen verlässlichen Ruhestand erwarten dürfen.

Die Lösung: Gute Rente statt längerer Lebensarbeitszeit.

Die Rente muss zum Leben reichen.

Der DGB fordert eine Rentenpolitik, die Lebensleistung anerkennt und solidarisch finanziert:

  • Kein höheres Rentenalter
  • 45 Beitragsjahre bleiben abschlagsfrei
  • Rentenniveau stabilisieren und perspektivisch auf mindestens 50 Prozent anheben
  • Verpflichtende, tariflich geregelte Betriebsrente mit Arbeitgeberbeitrag
  • Bessere Absicherung bei Kindererziehung, Pflege, Krankheit und Arbeitslosigkeit
  • Mehr Beitragszahler*innen und eine gerechte Finanzierung

Eine gute Rente für alle Generationen ist möglich. Die Kosten dürfen nicht allein bei den Beschäftigten liegen. Auch Arbeitgeber, hohe Einkommen und große Vermögen müssen ihren fairen Anteil leisten.

Gute Rente ist kein Generationenkonflikt. Gute Rente ist eine Frage der Gerechtigkeit.

Der DGB tritt für die Rente nach 45 Beitragsjahren ein.

Der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften rufen am 26.9.2026 bundesweit zu Protesten gegen Sozialabbau auf. Im Mittelpunkt steht die Forderung, die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren zu erhalten und die gesetzliche Rente verlässlich und solidarisch weiterzuentwickeln.

Die Bundesregierung will eine erkämpfte Versicherungsleistung abschaffen und das Rentenalter weiter anheben. Der DGB stellt sich dagegen: Lebensleistung muss anerkannt werden. 45 Beitragsjahre sind genug.

Jetzt mitmachen und weitersagen

Am 26.9. gehen wir auf die Straße für eine Rente, die Lebensleistung anerkennt. Sei dabei und sag's weiter! Füge einfach die Mailadressen deiner Freund*innen in unsere E-Mail-Vorlage ein und ab die Post.

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