Deutscher Gewerkschaftsbund

05.05.2020
Arbeitsmarkt: Zahl des Monats

Armutsrisiko bei Behinderung: Jede/r fünfte ist gefährdet

Vor allem Erwerbstätige sind betroffen

Menschen mit Beeinträchtigungen sind deutlich häufiger von Armut bedroht als andere. Zum europaweiten Protesttag der Menschen mit Behinderungen am 5. Mai fordert der DGB: Eine Behinderung darf nicht länger arm machen.

Schrifttafel: Jede/r fünfte Mensch mit Behinderung ist armutsgefährdet.

DGB

Menschen mit Behinderungen haben mit 19 Prozent ein deutlich höheres Armutsrisiko, als Menschen ohne Behinderungen (14 Prozent). Die aktuellen Zahlen aus dem Mikrozensus 2017 liegen dem DGB vorab vor. Sie werden in Kürze im Teilhabebericht NRW veröffentlicht, beziehen sich jedoch auf die ganze Bundesrepublik. Besonders hoch ist demnach das Risiko bei behinderten Menschen im erwerbsfähigen Alter zwischen 18 und 64 Jahren. Am europaweiten Protesttag der Menschen mit Behinderungen am 5. Mai fordert der DGB: Eine Behinderung darf nicht länger arm machen.

Grafik zeigt Armutsgefährdung von Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen

Quelle: Mikrozensus 2017, Berechnung it.nrw, Darstellung ISG 2020, Definition von „Beeinträchtigungen“: Als beeinträchtigt gelten Personen mit einer anerkannten Behinderung (sowohl Schwerbehinderung mit GdB ab 50 als auch anerkannte Behinderung mit GdB unter 50) sowie chronisch Kranke (mit Dauer der Krankheit von mind. 1 Jahr) ohne anerkannte Behinderung. Angaben in Prozent. DGB

Der DGB hat in einem Positionspapier Vorschläge zum Schutz vor Armut für Menschen mit Behinderungen erarbeitet. Dazu gehören unter anderem

  • der Abbau der überdurchschnittlichen hohen Arbeitslosigkeit von Menschen mit Behinderungen durch stärkere Anreize zur Erfüllung der Beschäftigungspflicht in den Unternehmen
  • eine bessere Betreuung von arbeitslosen Menschen mit Behinderungen bei den Jobcentern durch geschultes Personal und mehr Förderung in speziellen Maßnahmen
  • ein pauschaler Mehrbedarf für Menschen mit Behinderungen, die auf die Grundsicherung Hartz IV angewiesen sind
  • eine Erhöhung und dynamische Aisgestaltung des Behindertenpauschalbetrags im Einkommensteuergesetz.

Außerdem sollte es mittelfristig ein nach Grad der Behinderung gestaffeltes Teilhabegeld geben, welches zusätzlich zu bestehenden Leistungen ausgezahlt wird.


Nach oben

Arbeitsmarkt: Zahl des Monats

Mädchen spielt auf der Straße "Himmel und Erde"
DGB/rawpixel/123rf.com
Manchmal sagt eine Zahl mehr als viele Worte. Wir stellen jeden Monat eine Zahl aus der Arbeitsmarktpolitik vor - von Leiharbeit bis Hartz IV.
weiterlesen …

Weitere Themen

Co­ro­na: Al­les, was Be­schäf­tig­te jetzt wis­sen müs­sen
Mikroskopaufnahme Corona-Viren
DGB/Kateryna Kon/123rf.com
Corona und Arbeitsrecht, Corona und Kurzarbeitergeld, Corona und Arbeitszeit, Corona und Arbeitsschutz, Corona und Kinderbetreuung: Wir beantworten die wichtigsten Fragen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der COVID19-Krise.
weiterlesen …

AK­TUA­LI­SIER­T: Co­ro­na und Kurz­ar­beit: Was Ar­beit­neh­me­rIn­nen und Be­triebs­rä­te wis­sen müs­sen
DGB/kzenon/123RF.com
In der Corona-Krise stellen sich für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer viele Fragen rund um Kurzarbeit und Kurzarbeitergeld: Muss ich Kurzarbeitergeld beantragen oder mein Arbeitgeber? Was ist, wenn ich während der Kurzarbeit krank werde? Bin ich in der Kurzarbeit weiter sozialversichert und krankenversichert? Kann es auch Kurzarbeitergeld für Teilzeitkräfte und Minijobber geben? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.
weiterlesen …

ein­blick - DGB-In­fo­ser­vice kos­ten­los abon­nie­ren
Mehr online, neues Layout und schnellere Infos – mit einem überarbeiteten Konzept bietet der DGB-Infoservice einblick seinen Leserinnen und Lesern umfassende News aus DGB und Gewerkschaften. Hier können Sie den wöchentlichen E-Mail-Newsletter einblick abonnieren.
zur Webseite …

Newslet­ter
Anzeige eines Newsletteranzeige in Outlook
DGB
Bestellen Sie die Newsletter des Deutschen Gewerkschaftsbundes.
weiterlesen …

Zuletzt besuchte Seiten