Deutscher Gewerkschaftsbund

10.07.2017
Minijobs

"Minijobs sind eine Rutschbahn Richtung Altersarmut"

Wenig Sicherheit und ein Einkommen, von dem man weder leben noch fürs Alter vorsorgen kann: Für Millionen Minijobber in Deutschland ist das Realität. Doch statt die Minijobs endlich in den Schutz der Sozialversicherung zu holen, wollen CDU/CSU diese prekäre Beschäftigungsform offenbar noch ausbauen, indem sie die Einkommensgrenze anheben, kritisiert DGB-Vorstand Annelie Buntenbach.

Hand mit Gummihandschuh putzt Herd

DGB/dolgachov/123rf.com

Maximal 450 Euro im Monat

Rund 7,7 Millionen Menschen in Deutschland sind als geringfügig entlohnte Beschäftigte registriert. Davon arbeiten 5 Millionen Beschäftigte ausschließlich in sogenannten Minijobs. Sie erzielen im Monat also maximal ein Einkommen von 450 Euro. Eigenständige Existenzsicherung für die Beschäftigten? Fehlanzeige! Von dem Einkommen kann man weder leben noch für das Alter vorsorgen.

CDU/CSU wollen "mitwachsenden Minijob"

Der DGB fordert deshalb eine Reform, die Minijobs in reguläre sozialversicherungspflichtige Beschäftigung umwandelt - und zwar ab dem ersten Euro. Die Union sieht das jedoch offenbar anders: In ihrem Programm zur Bundestagswahl schreibt sie: "Geringfügig Beschäftigte sollen an der allgemeinen Lohnsteigerung teilhaben. Wir realisieren den mitwachsenden Minijob". Heißt konkret: die Einkommensgrenzen sollen steigen und die Minijobs dadurch noch attraktiver werden.

Der sichere Weg in die Altersarmut

Damit schlagen CDU/CSU genau den falschen Weg ein, kritisiert DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach: "Anstatt Minijobs, wie es dringend nötig wäre, endlich in den Schutz der Sozialversicherung zu holen, sollen sie offensichtlich ausgeweitet werden, indem die Einkommensgrenze weiter angehoben wird. Damit werden noch mehr Frauen auf die Rutschbahn Richtung Altersarmut geschoben."


Weitere Infos zu Minijobs und dem Reformkonzept des DGB: www.dgb.de/minijob


Nach oben

Weitere Themen

"Wir brau­chen jetzt Lö­sun­gen, die die Preis­schocks bei Ener­gie und Le­bens­mit­teln dau­er­haft dämp­fen"
Student leeres Portemonnaie
de.123rf.com/slasny/DGB
Angesichts von Inflation und hohen Lebensmittel- und Energiepreisen läuft eine Debatte um Entlastungen für Bürgerinnen und Bürger. Unsere Vorsitzende Yasmin Fahimi betont, dass langfristig nur höhere Löhne und die gezielte Unterstützung von Menschen ohne Arbeit sinnvolle Instrumente gegen steigende Preise sind.
weiterlesen …

Tan­kra­bat­t: Fai­rer Wett­be­werb braucht star­kes Kar­tell­recht
Abgeschnittene Ansicht eines Mannes mit Zapfpistole an einer Tankstelle
dgb/lightfieldstudios/123rf.com
Der eingeführte Tankrabatt sollte die privaten Haushalte entlasten. Jetzt spricht einiges dafür, dass die Mineralölkonzerne überhöhte Preise verlangt und sich am Rabatt bereichert haben sollen. Es braucht daher dringend ein schärferes Kartellrecht und Maßnahmen, um endlich einen fairen Wettbewerb herzustellen.
weiterlesen …

Yas­min Fa­hi­mi: Über­mä­ßi­ge und kri­sen­be­ding­te Ge­win­ne ab­schöp­fen
Yasmin Fahimi, Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes
Foto: Susi Knoll
Krisenbedingte Gewinne dürfen nicht auf dem Rücken der Verbraucher*innen eingefahren werden. Preise, die aufgrund von Spekulationen die Inflation noch weiter anheizen, müssen begrenzt werden. Übermäßige und krisenbedingte Gewinne gehören abgeschöpft. Die Bundesratsinitiative Bremens für eine Übergewinnsteuer ist dazu ein möglicher Weg.
weiterlesen …

Für ei­ne kli­ma­neu­tra­le Wirt­schaft: so­zi­al und öko­lo­gisch
Arbeiter und Windrad
DGB/Francesco Mou/123RF.com
Der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften bekennen sich zu den Zielen des Pariser Klimaschutzabkommens. Wir stehen hinter dem Ziel einer klimaneutralen Wirtschaft und Gesellschaft. Entscheidend ist für uns, dass der Umbau gerecht gestaltet wird. „Wir erwarten von der Transformation qualitatives Wachstum und Beschäftigungsaufbau”, betont unsere Vorsitzende Yasmin Fahimi.
weiterlesen …

Min­dest­lohn steigt auf 10,45 Eu­ro
Hand würfelt und ändert den mindestlohn 9,82 Euro Mindestlohn 10,45 Euro
DGB/fokusiert/123rf.com
Zum 1. Juli steigt der Mindestlohn auf 10,45 Euro. Damit haben die Beschäftigten rund 6,5 Prozent mehr Geld im Portemonnaie. Doch für die Gewerkschaften ist der Mindestlohn stets nur die zweitbeste Lösung. Wirklich gute Löhne gibt es nur mit Tarifverträgen. Deshalb muss die Tarifbindung wieder mehr gestärkt werden.
Zur Pressemeldung

Quiz zur Da­seins­vor­sor­ge
Bibliothek, Bus, Spielplatz, Schwimmbad: Nur die richtige Infrastruktur macht einen Wohnort lebenswert
DGB/Berliner Botschaft
Der Strom kommt aus der Steckdose, das Wasser aus dem Hahn. Busse und Bahnen bringen uns von A nach B, wenn wir krank sind, gehen wir zum Arzt oder zur Ärztin. Das alles umfasst die kommunale Daseinsvorsorge. Wenn du wissen möchtest, wie Daseinsvorsorge, deine Stadt und der DGB zusammenhängen, dann mach mit bei unserem Quiz! Tolle Preise gibt es ebenfalls zu gewinnen!
weiterlesen …

ein­blick - DGB-In­fo­ser­vice kos­ten­los abon­nie­ren
Mehr online, neues Layout und schnellere Infos – mit einem überarbeiteten Konzept bietet der DGB-Infoservice einblick seinen Leserinnen und Lesern umfassende News aus DGB und Gewerkschaften. Hier können Sie den wöchentlichen E-Mail-Newsletter einblick abonnieren.
zur Webseite …