Deutscher Gewerkschaftsbund

17.03.2020
Arbeitsmarkt aktuell

Gute Arbeit im Privathaushalt

Ein Lösungsansatz mit großer Wirkung

Dienstleistungen im Haushalt sind oft Schwarzarbeit oder prekär. Das muss sich ändern. Mit den richtigen Rahmenbedingungen können auch in privaten Haushalten sozialversicherte Arbeitsplätze entstehen. Das ist nicht umsonst zu haben. Arbeitsmarkt-aktuell zeigt, dass den Ausgaben Einnahmen gegenüber stehen, die das Ganze finanzierbar machen. Der DGB hat damit seine Position zur Förderung der Haushaltsnahen Dienstleistungen weiterentwickelt, wobei die Erfahrungen verschiedener Modellversuche u.a. der Agentur für Arbeit eingeflossen sind

Miniatur Frauen reinigen Münze

DGB/mistac/123RF.com

taz.de: "Ein Baustein für mehr Gerechtigkeit"

Das Wichtigste in Kürze:

  • Im Koalitionsvertrag haben die Regierungsparteien vereinbart, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf von erwerbstätigen Eltern, Alleinerziehenden, älteren Menschen und pflegenden Angehörigen durch Zuschüsse für die Inanspruchnahme von haushaltsnahen Dienstleistungen, und damit zugleich legale, sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, insbesondere von Frauen zu fördern.
  • Im Ergebnisbericht des Zukunftsdialogs des BMAS wurde das Thema aufgegriffen und konkretisiert.
  • Derzeit gibt es an verschiedenen Stellen Überlegungen zur Umsetzung. Ob diese noch zu einer Umsetzung in dieser Legislaturperiode führen, ist offen.
  • In international fest etablierten Regelungen sowie in einem konkreten Modellprojekt in Baden-Württemberg hat sich gezeigt, dass ein solcher Zuschuss erhebliche Auswirkungen hat auf die Ausschöpfung inländischer Fachkräftepotenziale, auf die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, auf die Lebensqualität erwerbstätiger Frauen und neue Perspektiven für Beschäftigung auf allen Qualifikationsebenen schafft. Darüber hinaus konnte die Schwarzarbeit spürbar zurückgedrängt werden.
  • Eine eigene Modellrechnung zeigt die Finanzierbarkeit einer solchen Zuschusslösung sowie die positiven Wirkungen auf die Stabilisierung der Sozialversicherungssysteme und auf die öffentlichen Haushalte.

Der DGB fordert, endlich die Arbeit in Privathaushalten zu regulieren, um

  • vorhandene Fachkräftepotenziale besser auszuschöpfen,
  • die Erwerbsbeteiligung und die beruflichen Chancen von Frauen deutlich zu verbessern,
  • Voraussetzungen für faire Entlohnung und sichere Arbeitsbedingungen für Haushaltshilfen zu schaffen,
  • Privathaushalte spürbar zu entlasten,
  • das System der Sozialversicherung nachhaltig zu stärken unddie Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern.
Gute Arbeit im Privathaushalt – ein Lösungsansatz mit großer Wirkung (PDF, 1 MB)

Dienstleistungen im Haushalt werden oft in Schwarzarbeit oder prekär erledigt. Mit der Regulierung dieser Beschäftigung erschließen sich vielfältige Potenziale, wie z.B. die Entstehung sozialversicherter Arbeitsplätze in Privathaushalten oder die Verbesserung der Gleichstellung von Männern und Frauen. Das ist nicht umsonst zu haben, sondern erfordert umfangreiche Subventionen. Wir haben nachgerechnet.


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