Deutscher Gewerkschaftsbund

27.03.2013
Gewerkschaftsgeschichte

2. Mai 1933: Zerschlagung der Gewerkschaften – Zerstörte Vielfalt

Zum 80. Mal jährt sich am 2. Mai 2013 die Zerschlagung der Gewerkschaften durch die Nationalsozialisten. Der Deutsche Gewerkschaftsbund erinnert mit einer Internetseite an das gewaltsame Ende der freien Arbeiterbewegung in Deutschland. Die Seite "Zerschlagung der Gewerkschaften 1933 – Zerstörte Vielfalt" wurde gemeinsam mit Studierenden der Freien Universität Berlin aufgebaut.

Vielfalt erleben

Zur Interaktiven Webseite "Zerschlagung der Gewerkschaften - Zerstörte Vielfalt" kommen Sie mit einem Klick auf das Bild. DGB

DGB-Vorsitzender Michael Sommer erinnerte zum Start der Webseite an die Erstürmung der Gewerkschaftshäuser durch die Nationalsozialisten am 2. Mai 1933 und die furchtbaren Folgen für die freie Arbeiterbewegung. „Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter wurden von den Nazis verhaftet, verschleppt, gefoltert und ermordet.“ Deshalb, so betonte Michael Sommer, sei der Gedenktag mahnende Erinnerung für die Gewerkschaften: „Unsere Geschichte verpflichtet uns bis heute zum Handeln gegen Rassismus, Antisemitismus und Intoleranz“.

Die Seite erzählt keine Heldengeschichten. Viele der Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter haben sich dem Regime auch angepasst. Jene, die es nicht taten, zahlten oft einen bitteren Preis – an sie erinnert auch der Gedenkstein des DGB im ehemaligen Konzentrationslager Sachsenhausen.

Beitrag zum Themenjahr "Zerstörte Vielfalt"

Die DGB-Webseite ist ein Beitrag zum Berliner Themenjahr "Zerstörte Vielfalt" und bietet den Nutzerinnen virtuelle Stadtrundgänge durch die Zeit vor der Naziherrschaft. Gestaltet und aufgebaut wurde sie mit Studentinnen und Studenten der Freien Universität Berlin, unter der Leitung von Professor Martin Lücke.

Ob Arbeitersportbewegung, genossenschaftlicher Wohnungsbau, Freizeit- und Fürsorgeeinrichtungen, Presse- und Kulturarbeit, Architektur von Gewerkschaftshäusern oder Leben zwischen Anpassung und Widerstand – die Webseite soll Erinnerungen an die Vielfalt gewerkschaftlichen Lebens über den Gedenktag hinaus lebendig halten, sowie dessen Bedeutung für eine pluralistische demokratische Gesellschaft aufzeigen. „Geschichte ist vergänglich, wenn sie nicht für die nachfolgenden Generationen erfahrbar gemacht wird“, sagte Michael Sommer.

Die Seite setzt auf Interaktivität und bietet vielfältige Zugänge. Auf einem virtuellen Stadtplan sind alle Erinnerungsorte markiert. Bild, Audio und Video erzeugen ein facettenreiches Bild gewerkschaftlichen Lebens.


Zur Webseite:  "Zerschlagung der Gewerkschaften 1933 – Zerstörte Vielfalt"

Das Berliner Themenjahr "Zerstörte Vielfalt"

Im Themenjahr will Berlin mit kulturellen Projekten und Aktionen die Auswirkungen der nationalsozialistischen Diktatur auf das gesellschaftliche Leben der Hauptstadt beleuchten. Mehr als 120 Projektpartner beteiligen sich am Themenjahr, darunter Museen, Verbände, Stiftungen Unternehmen und Künstler.  

Weitere Informationen unter: www.kulturprojekte-berlin.de


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Interview zum 2. Mai 1933: 80 Jahre Zerschlagung der Gewerkschaften durch den Nationalsozialismus
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DGB-Vorsitzender Michael Sommer und Prof. Dr. Martin Lücke, Professor für Geschichte an der FU Berlin, sprechen im Videointerview über die Zerschlagung der Gewerkschaften am 2. Mai 1933 und das Gedenken daran.

07.05.2013
2. Mai 1933: Die Zer­schla­gung der frei­en Ge­werk­schaf­ten
DGB
Nachdem die Nationalsozialisten 1933 die Macht ergriffen hatten, begannen sie umgehend mit dem Umbau des Staates. Systematisch bereiteten sie Massenmord und Angriffskrieg vor. Erst warfen sie die Kommunisten und Sozialdemokraten in die Gefängnisse und die ersten KZs, dann beseitigten sie mit der so genannten Notverordnung zum Schutz von Volk und Staat sowie dem Ermächtigungsgesetz die demokratische Staatsordnung der Weimarer Republik. Das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums markiert die erste Etappe der organisierten Judenverfolgung. Mit der Zerschlagung der freien Gewerkschaften am 2. Mai 1933 zerstörten die Nazis eines der letzten Bollwerke, das ihrer absoluten Machtergreifung noch hätte im Weg stehen können.
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02.05.2008
DGB er­in­nert an Zer­schla­gung frei­er Ge­werk­schaf­ten am 2. Mai 1933
Franka Bruns/DGB
Mit einer Gedenkfeier im ehemaligen Konzentrationslager Sachsenhausen hat der DGB an den 75. Jahrestag der Zerschlagung der freien Gewerkschaften durch die Nationalsozialisten am 2. Mai 1933 erinnert. Der DGB-Vorsitzende Michael Sommer enthüllte einen Gedenkstein für die verfolgten und ermordeten GewerkschafterInnen.
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16.03.2005
Fünf Ge­werk­schaf­ter­schick­sa­le im Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Sach­sen­hau­sen
Mendeztrives/CCAttribution-Share Alike 3.0 Unported
Am 2. Mai 1933 stürmten die Nationalsozialisten in ganz Deutschland die Gewerkschaftshäuser. Sie beschlagnahmten gewerkschaftliches Eigentum, misshandelten und verhafteten aktive Gewerkschafter. Etliche von wurden ins damalige Konzentrationslager Sachsenhausen gebraucht. Wir dokumentieren fünf Einzelschicksale.
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DGB erinnert an Zerschlagung freier Gewerkschaften am 2. Mai 1933
Mit einer Gedenkfeier im ehemaligen Konzentrationslager Sachsenhausen hat der DGB an den 75. Jahrestag der Zerschlagung der freien Gewerkschaften durch die Nationalsozialisten am 2. Mai 1933 erinnert. Der DGB-Vorsitzende Michael Sommer enthüllte einen Gedenkstein für die verfolgten und ermordeten GewerkschafterInnen. weiterlesen …

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