Deutscher Gewerkschaftsbund

09.05.2016
Besoldungsreport 2016

Beamte: Gleiche Besoldungsgruppe, ungleiches Salär

Große Unterschiede zwischen den Bundesländern

Wie viel ein Beamter verdient hängt davon ab, in welchem Bundesland er arbeitet: Ein Feuerwehrmann in Hessen bekommt im Jahr rund 5.000 Euro weniger als sein Kollege in Bayern. Grund dafür ist die Föderalismusreform 2006 und eine Besoldungspolitik nach Kassenlage. Damit muss endlich Schluss sein.

Symbild Einkommensunterschied: Zwei Männer sitzen / stehen auf kleinen, bzw. großen Münzstapeln

Colourbox

Tiefe Einschnitte durch Föderalisierung des Dienstrechts

Jahrelang war es üblich, die Tarifabschlüsse im öffentlichen Dienst eins zu eins auf die Beamten und Beamtinnen von Bund, Ländern und Gemeinden zu übertragen. Seit 2006 können die Bundesländer von dieser Regelung abweichen und die Tarifverträge nur teilweise übertragen. Außer Bayern machen alle Bundesländer von dieser Regelung Gebrauch. Das hat zu tiefen Einschnitten geführt - und zu großen regionalen Unterschieden. In der Besoldungsgruppe A7 etwa beträgt der Abstand zwischen Bayern und Berlin rund 13 Prozent. "Die Gesetzgeber missbrauchen so ihr einseitges Gestaltungsrecht bei der Besoldung", kritisiert die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack.

Beamtinnen und Beamte werden von zwei Seiten in die Zange genommen

Das macht sich um so mehr bemerkbar, weil die Tariflöhne im öffentlichen Dienst seit Jahren hinter denen der großen tarifgebundenen Branchen der Metall- und Elektroindustrie sowie der chemischen Industrie zurückbleiben; die Differenz beträgt rund 10 Prozent. "Die öffentlichen Arbeitgeber nehmen die Beschäftigten von zwei Seiten in die Zange: Durch die zunehmend schwierige Personalausstattung steigt einerseits die Arbeitsbelastung, und es erhöhen sch die krankheitsbedingten Ausfälle. Andererseits kürzen bis auf ein Land alle Länder und der Bund die Besoldungerhöhungen", so Elke Hannack. "Die Dienstherren gefährden mit ihrer restriktiven Personalpolitik und den Sonderlasten, die den Beamtinnen und Beamten auferlegt werden, die Handlungsfähigkeit des öffentlichen Dienstes."

Arbeitszeit angleichen und Besoldungslücken schließen

Nicht nur bei der Besoldung, auch bei den Arbeitszeiten gibt es große Unterschiede. In einigen Bundesländern werden 40 Stunden in der Woche gearbeitet, in anderen 41, in Hessen sind es sogar 42. Der DGB fordert, die Wochenarbeitszeit einheitlich auf Tarifniveau zu senken und die Besoldungslücken zu schließen. Letzteres hat auch das Bundesverfassungsgericht angemahnt: 2015 hat es den Spielraum der Gesetzgeber eingeschränkt, um die Dynamik der Auseinanderentwicklung zu begrenzen.

 

DGB Besoldungsreport 2016 (PDF, 500 kB)

Der Besoldungsreport stellt die aktuelle Situation anhand der Besoldungsgruppen A7, A9 und A13 dar.


Nach oben

Weitere Themen

Darf Ur­laub bei Kurz­ar­beit ge­kürzt wer­den?
Strandszene mit Cocktailglas; Cocktailglas ist mit rotem Kreuz durchgestrichen; daneben die Grafik eines Fragezeichens und eines Ausrufezeichens
DGB/123rf.com/ lineartestpilot/ P. M. Pelz/ maglara
Verschiedene Arbeitgeber vertreten die Position: Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die aufgrund der Corona-Krise in Kurzarbeit sind, kann der Anspruch auf Erholungsurlaub gekürzt werden. Im Klartext: Weniger Urlaubstage wegen Kurzarbeit. Der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften widersprechen. Die wichtigsten Informationen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.
weiterlesen …

Co­ro­na-App und Ar­beits­recht: Was darf mein Chef?
Weibliche Hand hält Smartphone; darüber eine Grafik mit einem grünen Häkchen
Colourbox.de
Seit dem 16. Juni ist die Corona-Warn-App verfügbar. Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitenhmer stellen sich mit Blick auf die App verschiedene Fragen. Darf der Chef oder die Chefin beispielsweise anordnen, dass Beschäftigte die Corona-Warn-App installieren und nutzen? Und was ist mit Lohn und Gehalt, wenn die App "anschlägt" und Beschäftigte zuhause bleiben müssen? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.
weiterlesen …

Co­ro­na: Al­les, was Be­schäf­tig­te jetzt wis­sen müs­sen
Mikroskopaufnahme Corona-Viren
DGB/Kateryna Kon/123rf.com
Corona und Arbeitsrecht, Corona und Kurzarbeitergeld, Corona und Arbeitszeit, Corona und Arbeitsschutz, Corona und Kinderbetreuung: Wir beantworten die wichtigsten Fragen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der COVID19-Krise.
weiterlesen …

ein­blick - DGB-In­fo­ser­vice kos­ten­los abon­nie­ren
Mehr online, neues Layout und schnellere Infos – mit einem überarbeiteten Konzept bietet der DGB-Infoservice einblick seinen Leserinnen und Lesern umfassende News aus DGB und Gewerkschaften. Hier können Sie den wöchentlichen E-Mail-Newsletter einblick abonnieren.
zur Webseite …

Newslet­ter
Anzeige eines Newsletteranzeige in Outlook
DGB
Bestellen Sie die Newsletter des Deutschen Gewerkschaftsbundes.
weiterlesen …

Zuletzt besuchte Seiten