Deutscher Gewerkschaftsbund

13.08.2010

Chipkarte: Kinder aus Hartz-IV-Familien nicht diskriminieren

Kostenlose Schulspeisung für Alle und mehr Geld für die Bildungsinfrastruktur, das ist für DGB-Vorstand Annelie Buntenbach die besser Alternative zu Chipkarten für Kinder, deren Eltern Hartz-IV beziehen.

Von Annelie Buntenbach

Ich befürchte, dass mit dem Bildungschip ein System aufgebaut wird, das zur Stigmatisierung der Kinder von Hartz IV-Beziehern führt und gleichzeitig die Bürokratie in Deutschland befördert. Ob Angebote, die über den Bildungschip einlösbar sind, auch flächendeckend "auf dem flachen Land" angeboten werden können, ist völlig unklar.

Der DGB lehnt Sachleistungen nicht per se ab - wenn sie die betreffenden Gruppen nicht stigmatisieren. Instrumente, die einkommensarme Familien unter den Generalverdacht stellen, Geldleistungen Zweck zu entfremden, sehen wir aber kritisch.

Bei Bildung und sozialer Teilhabe sind zudem direkte Investitionen in die Bildungsinfrastruktur sinnvoller als Geld oder ein Chip. Eine diskriminierungsfreie Sachleistung wäre ein kostenfreies Mittagessen in der Schule für alle Kinder oder zusätzliche Angebote am Nachmittag für alle Kinder mit Lernschwächen.

Solche Investitionen in Bildung und soziale Teilhabe haben den großen Vorteil, dass auch Kinder von Familien profitieren können, die nicht im Hartz IV-Bezug stehen, aber trotzdem keine großen Sprünge machen können. Dies wäre eine lohnenswerte Investition in die Zukunft unserer Kinder und unseres Landes.



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