Deutscher Gewerkschaftsbund

03.04.2023
Tarifticker

DGB-Tarifmeldungen vom 25. bis 31. März

Nachdem die Tarifverhandlungen mit dem Bundesministerium des Innern und der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) gescheiter sind, gehen die Verhandlungen im Schlichtungsverfahren weiter. Über 61 Prozent der ver.di-Mitglieder haben für die Annahme des Tarifergebnisses bei der Deutschen Post gestimmt. Damit tritt der Tarifvertrag, auf den sich die Tarifparteien in der vierten Verhandlungsrunde geeinigt hatten in Kraft. Die IG BAU hat für die Beschäftigten in der Naturstein-und Naturwerksteinindustrie Nord einen wegweisenden Tarifvertrag abgeschlossen.

ver.di-Mitglieder bei DGB-Demo

DGB/Hans-Christian Plambeck

Unsere Tarifmeldungen der Woche für die DGB-Gewerkschaften:

Tarifrunde Deutsche Post AG: ver.di-Mitglieder stimmen für Annahme des Tarifergebnisses

61,7 Prozent der befragten ver.di-Mitglieder haben für das in der vierten Verhandlungsrunde erzielten Tarifergebnis für die rund 160.000 Tarifbeschäftigten der Deutschen Post AG zugestimmt. Die zuständige Tarifkommission hat dem Tarifergebnis am 31. März zugestimmt. Damit tritt der Tarifvertrag in Kraft.

Die Tarifbeschäftigten sowie die Auszubildenden und dual Studierenden erhalten im April 2023 eine steuer- und abgabenfreie Inflationsausgleichssonderzahlung von 1020 Euro (Teilzeitbeschäftigte anteilig). Von Mai 2023 bis einschließlich März 2024 erhalten sie zudem eine monatliche steuer- und abgabenfreie Inflationsausgleichssonderzahlung in Höhe von 180 Euro. Ab April 2024 erhalten alle Vollzeitbeschäftigten eine tabellenwirksame Festbetragserhöhung von monatlich 340 Euro. Das entspricht in den unteren drei Entgeltgruppen, in denen fast 90 Prozent der Beschäftigten eingruppiert sind, einer Erhöhung von 16,1 bis elf Prozent.

Die Vetragslaufzeit beträgt 24 Monate.

Zur ver.di-Pressemitteilung

Tarifrunde Textil und Bekleidung West: Tarifabschluss erzielt

Nachdem sich in den letzten Wochen rund 24.000 Beschäftigte an Warnstreiks beteiligt hatten, haben sich die IG Metall und die Arbeitgeber auf einen Tarifabschluss für die Arbeitnehmer*innen in der westdeutschen Textilindustrie geeinigt. Die Löhne und Gehälter steigen zum 1. Oktober 2023 um 4,8 Prozent und im September 2023 um weitere 3,3 Prozent. Zusätzlich gibt es eine Inflationsausgleichsprämie in Höhe von insgesamt 1500 Euro, die in zwei Schritten ausgezahlt wird. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 24 Monaten.

Insgesamt arbeiten rund 100.000 Beschäftigte in der Textil- und Bekleidungsindustrie

Zur Meldung der IG Metall

Erstmals Tarifvertrag bei der Commerzbank-Tochter ComTS vereinbart

Nach vier Verhandlungsrunden hat die Gewerkschaft ver.di mit den Beschäftigten der ComTS einen Durchbruch bei den Tarifverhandlungen erzielt: Die Commerzbank-Servicegesellschaft erhält erstmals eine tarifvertragliche Regelung für Löhne und Arbeitsbedingungen.

Die Gehälter steigen ab dem 1. Juli 2023 um zehn bis 14 Prozent, je nach Gehaltsgruppe. Dazu gibt es ebenfalls zum 1. Juli 2023 und zum 1. Juli 2024 eine Inflationsausgleichsprämie von 500 Euro netto pro Kopf – damit haben die ComTS-Beschäftigten insgesamt 3000 Euro Inflationsausgleichsprämie erhalten. Außerdem steigt die jährliche Sonderzahlung 2023 auf 700 Euro, 2024 auf 800 Euro und 2025 auf 1000 Euro jeweils brutto.

Für alle Beschäftigten der ComTS gilt ab dem 1. September eine 39-Stunden-Woche und es gilt die Fünf-Tage-Woche mit 30 Tagen Urlaub. Auch die Zulagen und Zuschläge erhöhen sich. Ver.di-Mitglieder bekommen zusätzlich einmalig 150 Euro mehr.

Zur ver.di-Pressemeldung

Tarifrunde Bund und Kommunen: Gewerkschaften erklären Verhandlungen für gescheitert

Nach zähen Verhandlungen erklärten die Gewerkschaften in der Nacht zum 30. März die Tarifverhandlungen mit dem Bundesministerium des Innern und der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) für gescheitert. In den Wochen zuvor hatten über 500.000 Beschäftigte an Warnstreiks und Aktionen teilgenommen. Zum Beginn der dritten Verhandlungsrunde am 27. März haben sich dann erneut sehr viele Beschäftigte am deutschlandweiten Megastreik beteiligt. Dieser wurde gemeinsam mit der EVG organisiert, die in schwierigen Tarifverhandlungen mit der Deutschen Bahn steht. Auch an den Verhandlungsort in Potsdam waren zahlreiche Beschäftigte zu einer Kundgebung mit anschließender Demonstration durch Potsdam gekommen.

Die Gewerkschaften fordern 10,5 Prozent mehr Geld, mindestens aber 500 Euro, bei einer Laufzeit von 12 Monaten.

So geht es jetzt weiter:

  • Spätestens ab 6. April 2023: Beginn der Schlichtung
  • Ende April: Betriebliche Diskussionen über Verhandlungsergebnis und Mitgliederbefragung bzw. bei Scheitern der Schlichtung: Urabstimmung über unbefristeten Streik

Tarifergebnis bei Deutsche-Bank-Service-Tochter KEBA erzielt

Die Gewerkschaft ver.di hat sich am 30. März auf einen Tarifvertrag für die Beschäftigten der Servicetochter der Deutschen Bank „KEBA – Gesellschaft für interne Services mbH“ geeinigt. Die Einkommen steigen ab Mai 2023 um 16,1 Prozent. Zum 1. Mai 2024 steigen sie um weitere drei Prozent. Zusätzlich erhalten alle Beschäftigten im April 2023 (spätestens aber im Mai 2023) eine Einmalzahlung in Höhe von 400 Euro. Teilzeitbeschäftigt bekommen die Einmalzahlung anteilig ausgezahlt. Zudem wird die Jahressonderzahlung im Jahr 2023 auf 500 Euro und im Jahr 2024 auf 750 Euro erhöht.

Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 24 Monaten.

Zur ver.di Pressemitteilung

Tarifabschluss in der Milchindustrie in Nordrhein-Westfalen

In der zweiten Tarifverhandlung für die Milchindustrie in NRW haben sich die NGG und die Arbeitgeber am 29. März auf einen Tarifvertrag geeinigt: Die Löhne und Gehälter steigen in zwei Schritten um insgesamt sieben Prozent. Rückwirkend zum 1. März 2023 gibt es fünf Prozent mehr Geld und ab dem 1. November 2023 weitere zwei Prozent. Zusätzlich erhalten Vollzeitkräfte einen Inflationsausgleich in Höhe von 1500 Euro netto. Teilzeitkräfte erhalten die Prämie anteilig, Auszubildende bekommen 750 Euro.

Die Laufzeit des Tarifvertrags beträgt 13 Monate.

Zur Meldung der NGG NRW

Kfz-Tarifrunde 2023: Erste Verhandlungsrunde endet ergebnislos

Am Ende der ersten Verhandlungsrunde am 27. März 2023 für die Beschäftigten im Kfz-Handwerk in Baden-Württemberg haben die Arbeitgeber ein erstes Angebot abgegeben, welches die Gewerkschaft IG Metall als unzureichend zurückwies. Die Arbeitgeber bieten eine Entgelterhöhung ab 1. Juli von drei Prozent und eine weitere Entgelterhöhung ab 1. Juli 2024 ebenfalls von drei Prozent bei einer Laufzeit von 24 Monaten.

Die IG Metall fordert 8,5 Prozent mehr Geld für 12 Monate sowie ein deutliches Plus für Auszubildende und eine Inflationsausgleichprämie.

Weitere Verhandlungen finden am 30. März in Bayern und am 31. März in Hamburg statt. Am 31. März endet auch die Friedenspflicht. Danach sind Aktionen und Warnstreiks möglich.

Bundesweit arbeiten 435.000 Kolleginnen und Kollegen im Kfz-Handwerk.

Zur Meldung der IG Metall

Bundesweiter Warnstreik von EVG und ver.di

Der Warnstreik der EVG ist am Montag erfolgreich zu Ende gegangen. Über 35.000 Beschäftigte beteiligten sich am Ausstand. In ganz Deutschland gab es zahlreiche Aktionen. Der Verkehr stand still. Der Verlauf des Streiktags der EVG zum Nachlesen:

Hier gehet es zum Live-Ticker der EVG

Zusammen mit der EVG hat auch die Gewerkschaft ver.di zum Auftakt der dritten Verhandlungsrunde in den Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst zu bundesweiten Streiks in der Verkehrsinfrastruktur aufgerufen. Rund 120.000 ver.di-Mitglieder beteiligen sich am Megastreik. Zudem bereiten Tausende den Arbeitgebern vor den Verhandlungen in Potsdam einen lautstarken Empfang und machten Druck für Respekt und Anerkennung ihrer Arbeit.

Zur ver.di Meldung

Naturstein-und Naturwerksteinindustrie Nord: Wegweisender Tarifabschluss erzielt

In einer krisenreichen Zeit hat die IG BAU einen wegweisenden Tarifvertrag für die Beschäftigten in der Naturstein-und Naturwerksteinindustrie Nord erzielt. Die Löhne und Gehälter sollen zum 1. Mai 2023 um 5,9 Prozent steigen und ab dem 1. Mai 2024 um weitere 3,9 Prozent. Die Auszubildenden bekommen dieselben Steigerungen. Die Laufzeit beträgt 24 Monate.

Des Weiteren wurde für die Beschäftigten die maximal mögliche Inflationsausgleichsprämie ausgehandelt. In 2023 bekommen die Arbeiter*innen jeweils 500 Euro netto in den Monaten April, August und Dezember und in 2024 jeweils 500 Euro in den Monaten April, August und November.

Zur Meldung der IG BAU

Tarifvertrag beim Behälterglashersteller Verallia erzielt

In der zweiten Tarifverhandlung zwischen der IGBCE und dem Bundesarbeitgeberverband Glas + Solar (BAGV) haben sich beide Seiten auf ein Tarifergebnis für die 1900 Beschäftigten des Behälterglasherstellers Verallia geeinigt. Die Einkommensvergütungen steigen stufenweise dauerhaft um insgesamt um 360 Euro. Zusätzlich gibt es Einfaltionsausgleichsprämie in Höhe von 2200 Euro netto. Der Tarifvertrag läuft bis zum 31. März 2025.

Zum Tarifinfo der IGBCE

Tarifrunde in der Nährmittelindustrie Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland: Erste Verhandlung ohne Ergebnis

Die erste Verhandlungsrunde am 27. März 2023 für einen Tarifvertrag für die rund 6500 Beschäftigten in der Nährmittelindustrie endete ohne eine Einigung. Die NGG hat das Angebot der Arbeitgeber als unzureichend zurückgewiesen.

Die NGG fordert eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 11 Prozent mindestens jedoch um 350 Euro in einem Anschlusstarifvertrag mit einer Laufzeit von 12 Monaten. Die Ausbildungsvergütungen sollen in allen Ausbildungsjahren um 200 Euro steigen.

Die Verhandlungen werden am 26. April 2023 fortgesetzt. Bis dahin wird es in den Betrieben zu vielfältigen Aktionen kommen.

Zur Meldung der NGG Südwest


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