Deutscher Gewerkschaftsbund

11.06.2018
Internationaler Gewerkschaftsbund

Die 10 schlimmsten Länder der Welt für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer

Erneut mehr Länder, in denen Beschäftigte Gewalt ausgesetzt sind

Der Internationale Gewerkschaftsbund (IGB) veröffentlicht jedes Jahr einen Report zur Verletzung von Gewerkschafts- und Arbeitnehmerrechten weltweit. Seit einigen Jahren enthält dieser "Global Rights Index" auch eine Liste der zehn "schlimmsten Länder für erwerbstätige Menschen".

Frauen aus Bangladesch mit dem Rücken zur Kamera, die Protestbanner tragen

Demonstration von Mitgliedern einer Gewerkschaft für Arbeiterinnen in Bangladesch. Das südasiatische Land steht nach 2017 im Jahr 2018 erneut auf der IGB-Liste der 10 gefährlichsten Länder für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer weltweit. Wikimedia/Soman - CC BY 2.5

In immer mehr Ländern droht Beschäftigten Gewalt

Die Zahl der Länder, in denen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Drohungen und Gewalt ausgesetzt sind, hat sich erneut innerhalb eines Jahres deutlich erhöht. Das geht aus dem "Global Rights Index 2018" des IGB hervor. Bereits von 2016 auf 2017 war die Zahl dieser Länder um zehn Prozent gestiegen. Von 2017 auf 2018 stieg sie erneut von 59 Ländern auf 65 Länder an, also innerhalb eines Jahres erneut um mehr als 10 Prozent.

Die 10 schlimmsten Länder

Der IGB hat außerdem wieder eine Liste mit den "Ten worst countries in the world for working people" (also den "10 schlimmsten Ländern der Welt für arbeitende Menschen") veröffentlicht:

Liste des Internationalen Gewerkschaftsbundes mit den 10 für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gefährlichsten Ländern der Welt 2018: Algerien, Kambodscha, Saudi-Arabien, Ägypten, Bangladesch, Guatemala, Kasachstan, Kolumbien, Philippinen, Türkei

(auf das Bild klicken, um die komplette Grafik als PDF zu sehen) IGB

 2018: Die zehn schlimmsten Länder der Welt für erwerbstätige Menschen:
  • Algerien
  • Ägypten
  • Bangladesch
  • Guatemala
  • Kambodscha
  • Kasachstan
  • Kolumbien
  • Philippinen
  • Saudi-Arabien
  • Türkei
In fast zwei Drittel aller Länder können Beschäftigte keine Gewerkschaft gründen

Auch die weiteren Ergebnisse aus den insgesamt 139 untersuchten Ländern sind teilweise erschreckend:

  • In mindestens 9 Ländern wurden Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter ermordet: Brasilien, China, Kolumbien, Guatemala, Guinea, Mexiko, Niger, Nigeria und Tansania (allein in Kolumbien wurden im Laufe des Jahres 19 Gewerkschaftsmitglieder ermordet).
  • In 65% aller untersuchten Länder können einige oder alle Beschäftigten keine Gewerkschaften gründen oder in Gewerkschaften eintreten.
  • In fast neun von zehn der Länder (87%) wird einigen oder allen Beschäftigten das Streikrecht verweigert.
  • In 81% der Länder werden einigen oder allen Beschäftigten Tarifverhandlungen verweigert.
  • Insgesamt 54 Länder beschränken die Rede- und Versammlungsfreiheit (das sind 4 mehr als im Vorjahr und damit ein Anstieg um 8%).

LINK

Der komplette IGB-Report:


Nach oben

Weitere Themen

Zu­sam­men ge­gen #Mie­ten­wahn­sinn
mietenwahnsinn.info
Fast zwei Millionen bezahlbare Wohnungen fehlen in deutschen Großstädten. Die Forderungen DGB sind klar: Wir brauchen eine wirksame Mietpreisbremse und vor allem neue Wohnungen – und zwar 400.000 pro Jahr, davon mindestens 100.000 Sozialwohnungen. Der DGB beteiligt sich deshalb am alternativen Wohngipfel sowie an der Kundgebung "Zusammen gegen #Mietenwahnsinn!" am 20. und 21. September in Berlin.
weiterlesen …

ein­blick - DGB-In­fo­ser­vice kos­ten­los abon­nie­ren
Mehr online, neues Layout und schnellere Infos – mit einem überarbeiteten Konzept bietet der DGB-Infoservice einblick seinen Leserinnen und Lesern umfassende News aus DGB und Gewerkschaften. Hier können Sie den wöchentlichen E-Mail-Newsletter einblick abonnieren.
zur Webseite …

Bür­ger­be­we­gung Fi­nan­zwen­de: Für ein neu­es Fi­nanz­sys­tem
Bürgerbewegung Finanzwende
Vor zehn Jahren begann mit der Pleite der Bank "Lehman Brothers" eine weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise. Der Verein "Bürgerbewegung Finanzwende" will jetzt dafür sorgen, dass endlich die notwendigen Konsequenzen gezogen werden und das internationale Finanzsystem nachhaltig, sozial und gerecht wird. Gründungsmitglied des Vereins ist der DGB.
weiterlesen …

Zuletzt besuchte Seiten