Deutscher Gewerkschaftsbund

04.11.2015
Diskussion

Auf dem Weg zur Mitbestimmung 4.0

Braucht die Arbeitswelt 4.0 auch eine Mitbestimmung 4.0? Diese Frage diskutierte am 4. November DGB-Vorstand Stefan Körzell in Brüssel auf Einladung des Europabüros des Österreichischen Gewerkschaftsbunds (ÖGB).

DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell

DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell DGB/Simone M. Neumann

Was für eine Mitbestimmung braucht die Arbeitswelt 4.0?

Neue Formen der Beschäftigung erfordern auch für Arbeitnehmer-Vertretungen neue Organisationsformen. Das ist die These, die Körzell zusammen mit Nicolas Schmit, Luxemburgischer Minister für Arbeit, Beschäftigung sowie Sozial- und Solidarwirtschaft, bei der Veranstaltung "Europa 4.0: Aktuelle Herausforderungen für die Europäische Gewerkschaftsbewegung" diskutiert.

Die Fragen der Debatte: Gewerkschaften bereiten sich zunehmend auf die tiefgreifenden Veränderungen der Arbeitswelt vor. Welche Rolle spielen die Mitbestimmungsrechte der Beschäftigten in einer digitalisierten Wirtschaft? Können wir in einer vernetzten globalen Wirtschaft soziale Rechte weiter national gewährleisten oder wird der Wettlauf um die niedrigsten Standards weitergehen? Gibt es Perspektiven für ein ambitioniertes europäisches Niveau von Mitbestimmungsrechten im Binnenmarkt?

Körzell: Mitbestimmung ist Wettbewerbsvorteil für Deutschland

Körzell betonte in Brüssel vor allem den Wert des deutschen Mitbestimmungsmodells. Heute sähen die meisten "in der Mitbestimmung das was sie schon immer war: Ein Wettbewerbsvorteil für Deutschland. Für die Mitbestimmung werden wir weltweit geachtet und sogar hier und da beneidet. Sie garantiert Partizipation der Beschäftigten. Und nur durch Partizipation und Mitsprache haben die Unternehmen motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter."

Betriebsräte, Personalräte und Aufsichtsräte stärken

Körzell sprach sich mit Blick auf die "Arbeitswelt 4.0" dafür aus, die Rechte von Betriebsräten, Personalräten und Aufsichtsräten zu stärken: "Sie sind die Experten der Arbeitswelt. Sie wissen wie es in den Unternehmen und in den Verwaltungen aussieht. Sie wissen wie die Kollegen Werkvertragsarbeiter und Leiharbeiter und die Click- und Crowdworker besser integriert und geschützt werden können."


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